Auch Rydzek zieht den Schlussstrich
Oberstdorf – Johannes Rydzek saß vor einer grünen Allgäuer Wiese und kämpfte mit den Tränen, doch seine Entscheidung formulierte er mit fester Stimme und großer Überzeugung: „Der Moment fühlt sich richtig an“, sagte Rydzek, als er am Donnerstag sein Karriereende verkündete – und klopfte auf sein Herz. Am heiligsten Ort des nordischen Skisports am Holmenkollen in Oslo bestreitet der zweimaligen Olympiasieger und siebenmalige Weltmeisters am Sonntag sein letztes Rennen.
Seine Entscheidung kam nicht unerwartet: 34 Jahre alt ist der Oberstdorfer, die Hälfte davon verbrachte Rydzek im Weltcup. Nach den so enttäuschenden Winterspielen in Val di Fiemme (Foto: dpa) im Februar allerdings, als seine Medaille-Hoffnungen mit Vinzenz Geigers Sturz im Tiefschnee versanken, hatte er zur Zukunft vielsagend „Mal seh‘n…“ gemurmelt. Daraus wurde nun: „Es ist Zeit.“
In Rydzek geht der Letzte der klassischen „Dominierer“-Generation, die Mitte der Zehnerjahre im Skizweikampf fast unschlagbar war. Die Frenzels, Kircheisens oder Rießles sind längst in Rente.SID