München – Wer Führungsspieler sein will, braucht dafür auch das richtige „Mindset“, wie es heutzutage neumodisch heißt. Konkret bedeutet das: Vorangehen ohne Kompromisse.
Und so lebte Josip Stanisic schon vor der Partie gegen Atalanta Bergamo vor, was es heißt, die Bayern-DNA auszustrahlen. Ob der schlechte Rasen in Bergamo ein Faktor werden könnte, wurde er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gefragt. „Es spielt keine Rolle, selbst wenn der Rasen schlecht ist. Wir können auf jedem Belag spielen, das ist keine Ausrede“, kündigte er selbstbewusst an – und lieferte am nächsten Tag eine Spitzenleistung ab. Stanisic erzielte die frühe und wichtige Führung und trieb sein Team rotierend von der rechten und linken Abwehrseite an: „Er hat sehr, sehr gut gespielt“, lobte ihn daher auch Max Eberl. „Stani ist eine Lokomotive, marschiert, macht Läufe, verteidigt.“
Tatsächlich hat sich Stanisic in dieser Saison zu einem „Big-Game-Player“ gemausert, also einem Spieler, der in den wichtigen Partien überzeugt. Erst ein paar Tage zuvor holte er gegen Borussia Dortmund den Elfmeter vor dem 2:2-Ausgleich heraus und trieb Nico Schlotterbeck an den Rand eines Platzverweises. Und bereits in der Saisonfrühphase glänzte er beim 2:1-Erfolg gegen Paris Saint-Germain.
Damit ist der 25-Jährige ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Münchner die Entwicklung ihrer Talente vorstellen. Schließlich kam das Eigengewächs vom FCB-Campus zu den Profis. Um sich voll auf Bundesliganiveau zu etablieren, wählte er anschließend eine Leihe zu Bayer Leverkusen – die sich als voller Erfolg herausstellte.
Dank der klugen Karriereplanung kehrte Stanisic als Doublesieger und gestandener Spieler nach München zurück und besitzt seitdem ein anderes Standing.VT, PK