Mikaela Shiffrin. © AFP
Annett Kaufmann. © DPA
München – Der deutsche Tischtennis-Star Annett Kaufmann hat öffentlich von Morddrohungen gegen sie in den sozialen Netzwerken berichtet. „Es wurde genau geschildert, wie ich umgebracht werden soll“, sagte die 19 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin und Mannschafts-Europameisterin in einem Talkformat der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“.
Als Reaktion darauf habe sie die Absender blockiert und bei der Internet-Plattform gemeldet. „Seither ist das nicht mehr passiert“, sagte Kaufmann, die seit den Olympischen Spielen 2024 in Paris das bekannteste Gesicht der deutschen Tischtennis-Frauen ist.
Von der Zunahme von Hasskommentaren und „Psychoterror“ in den sozialen Medien hatte zuletzt bei den Olympischen Winterspielen auch die Biathletin Franziska Preuß erzählt. Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Benedikt Duda machte im vergangenen Jahr öffentlich, wie er im Netz von Online-Wettern beschimpft wurde, die zuvor Geld auf die Ergebnisse seiner Spiele gesetzt hatten.
„Es wird schlimmer und schlimmer“, sagte Kaufmann. „Vor allem Frauen bekommen unsägliche Nachrichten, die sich auf Äußerlichkeiten beziehen. Auch ich erhalte, neben anderen Hassbotschaften, viele extrem sexistische Kommentare. Es gibt zwar auch viele Fans, die mich in den sozialen Medien verteidigen – trotzdem ist nicht ohne, was man da aushalten muss.“
Die aus Bietigheim in der Nähe von Stuttgart stammende Athletin hat sich nach eigenen Angaben bewusst dazu entschieden, sich zu diesem Thema öffentlich zu äußern. „Hass bleibt Hass. Das darf nicht einfach hingenommen und akzeptiert werden“, sagte Kaufmann.
Auch Shiffrin wird attackiert
Auch US-Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin hat Hassnachrichten veröffentlicht, die sie rund um die Olympischen Winterspiele online erhalten hatte. In einem Beitrag bei Instagram teilte die beste Alpin-Athletin der Gegenwart einige der Kommentare. „Du bist ein verdammter Witz“, schrieb da etwa jemand und nannte Shiffrin ein „wertloses Stück Scheiße“.
Jemand anderes schrieb: „Bleib in Italien, du Schlampe.“ Ein User meinte deutlich ironisch gemeint: „Es wäre so schade, wenn du dich verletzt und nie wieder skifahren kannst.“ Wieder jemand anderes schrieb in dem Netzwerk: „Schäm dich, du Verräterin.“
Der Grund für viele Beleidigungen war offensichtlich, dass Shiffrin vor ihren Starts bei den Winterspielen in Norditalien zur aktuellen politischen Situation in den USA befragt wurde. Daraufhin zitierte sie Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela aus Südafrika und äußerte die Hoffnung, durch den Sport Werte wie „Inklusion, Diversität und Freundlichkeit“ zu befördern, die ihr wichtig seien.