Bitte weitermachen, Löwen!

von Redaktion

Serie läuft: Kauczinskis Team heiß auf Wiesbaden – Gelingt der sechste Sieg in Folge?

Fuß in die Tür quetschen! Auftrag von 1860-Trainer Markus Kauczinski. © Sampics / S. Matzke

München – Die Tabelle ist das Spiegelbild jeder Fußballmannschaft. Doch noch mehr beeindrucken in diesen Tagen die Zahlen hinter dem Löwen-Aufschwung: Zwei-Punkte-Schnitt unter Markus Kauczinski – kein Verein holte mehr seit dem 11. Spieltag. Fünf Siege in Folge – Vereinsrekord in der 3. Liga eingestellt. Zwölf Punkte mehr als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison. Die Abwehr steht – weniger Gegentore als Cottbus. Der Sturm trifft – so häufig wie Tabellenführer Osnabrück.

Als 1860-Fan staunt man – und genießt. Bitte mal zwicken! Und wenn’s wahr ist: Bitte so weitermachen, Löwen!

Der Mann, der dem TSV dieses Frühjahr beschert, läuft gerade selbst zu Hochform auf. Kauczinski freut sich auf das Duell mit seinem Ex-Verein. Mit Wiesbaden, dem Heimspielgegner an diesem Samstag (16.30 Uhr), stieg er 2023 in die 2. Liga auf. Im BILD-Interview beschrieb Kauczinski, wie sehr ihn der Nervenkitzel eines Aufstiegskampfs anstachelt: „Je heißer es wird, desto mehr kann ich alles ausblenden.“ Dabei sei er „so cool, dass ich Eiswürfel pinkle“. Ansonsten beschreibt sich der Erfolgstrainer als „furchtbar normal“: Typischer Kauczinski-Tag: „Frühstücken, Gartenarbeit, Rasen nachsäen, netflixen und gut essen. Dazu einen Rotwein, fertig.“ Dürfte sich nicht grundlegend von den Samstagen vieler Fans unterscheiden. Einziger Unterschied: Bei den meisten steht Bier höher im Kurs.

Dafür dürfte der Punkt Netflix überbewertet sein. Krimis mit 1860-Beteiligung liefern mehr Spannung. An diesem Samstag etwa geht es um die Frage: Ist das Nervenkostüm der Mannschaft halbwegs so stabil wie das des Trainers? Schließlich wartet ein Gegner, der Kevin Volland & Co. maximal herausfordern wird. Auch Daniel Scherning kommt in Wiesbaden auf einen Punkteschnitt von 2,0 (in 14 Spielen). Auch der Rivale hat 2026 Siebenmeilenstiefel angelegt: 19 Punkte aus neun Spielen – 1860 holte 18. Mehr Augenhöhe geht fast nicht, denn bei einem Sieg in Giesing könnte Wiesbaden (47) die Löwen (48) auch in der echten Tabelle überholen.

Genau das will Kauczinski verhindern. Auf der PK am Freitag gab er den Ton vor: „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden. In solchen Phasen weiß man nie, wann sich wieder so eine Chance ergibt.“ Gerade deshalb müsse man jede Möglichkeit konsequent nutzen: „Man muss jeden kleinen Spalt nutzen, den Fuß in die Tür stellen und sich durchquetschen. Alles rausholen, was geht.“ Erfreulich: Raphael Schifferl ist wieder einsatzfähig. Ob er spielt, ließ der Trainer offen, verriet aber immerhin, dass Damjan Dordan den gelbgesperrten Thore Jacobsen ersetzen wird.

Dordan erstzt gesperrten Jacobsen

Das Ziel ist klar: Sieg Nummer sechs. So eine Serie gab es in der 3. Liga noch nie für 1860. Nachlassen ist für Kauczinski aber auch sonst keine Option, denn wozu die ganze Mühe, wenn man gerade jetzt strauchelt? Als Nächstes geht es nach Duisburg, nach dem Karsamstag-Duell mit Mannheim steht die Reise nach Cottbus an. Schon vor Wochen hatte Kauczinski das Team erinnert: Das sind die Spiele, für die man Fußballer geworden ist. Jedes Wochenende ein Endspiel. Bis zum Saisonfinale in Verl am 16. Mai – und vielleicht darüber hinaus? Kauczinski zu BILD: „Wenn da jetzt gerade einer an der Urlaubsplanung sitzt, wenn die Relegationsspiele anstehen, dann ist dem auch nicht mehr zu helfen.“ULI KELLNER

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