Der EHC im Torrausch

von Redaktion

Red Bulls fertigen Straubing im Topspiel mit 10:1 ab und schießt sich für die Playoffs warm

Die blaue Partygemeinde: Zehn Mal durften die Red Bulls in der DEL nie jubeln. © City-Press

München – Mitte des zweiten Drittels war die Welt des SAP Garden längst aus den Fugen geraten. Die Fangemeinde des EHC Red Bull München stimmte die Klänge des Weihnachtsklassikers Jingle Bells an. Und auf dem Eis? War eine Eishockeyparty entbrannt, die nur einen Schönheitsfehler hatte – die Playoffs der DEL haben noch gar nicht angefangen. In gut einer Woche startet der Titel-Showdown und auf Seiten des EHC dürfte man ihm mit megabreiter Brust entgegengehen. Zumindest schickte das Team von Trainer Oliver David ein krachendes Zeichen an die Konkurrenz.

Die Straubing Tigers, als Tabellenzweiter in diesen Spieltag gegangen, wurden mit einer 10:1 (4:0, 3:1, 3:0)-Ohrfeige zurück nach Niederbayern befördert. Für den EHC ein sattes Stück Clubgeschichte – höher gewann der viermalige Meister in der DEL noch nie. Chris DeSousa (3), Jeremy McKenna (3), Yasin Ehliz (2) und Tobias Rieder (2) erzielten die Tore für einen EHC in allerbester Playoff-Form, für Straubing brachte sich nur Oldie McConnelly auf die Anzeigetafel. Werbung für die Playoffs? Braucht es nicht mehr – auch so war der Garden am Freitagabend zum zwölften mal in Folge ausverkauft.

Wozu es gut war, wird sich erst am Sonntag (ab 14.00 Uhr) zeigen, wenn der EHC in Berlin im Fernduell mit den geprügelten Straubingern (gegen Hauptrundenmeister Köln) und den Mannheimer Adlern (gegen Schwenningen) um Platz zwei und damit die direkte Qualifikation für die Champions League kämpfen. Alle drei Anwärter sind vor dem Hauptrundenfinale am Sonntag nur durch einen winzigen Punkt voneinander getrennt. Hochspannung ist angesagt.

Aber was für ein Auftritt. Von Minute eins weg: Einbahnstraßen-Eishockey. Wobei es natürlich half, dass Chris DeSousa schon nach gut zwei Minuten einen Zuckerpass von EHC-Zauberer Taro Hirose über die Linie schubste.. Das Spiel hatte seine Richtung. Und noch ehe sich die Gäste nach gut zehn Minuten erstmals ein bisschen aus der Welle befreiten, stand es schon 3:0.

Und so ging es munter weiter. Daran änderte auch nichts dass der Ex-Münchner Hendrik Haukeland das Straubinger Tor nach zwanzig Minuten verließ. Nach zwei Dritteln stand ein Schussverhältnis von 33:9 in der Statistik. Was schon ziemlich viel über die Kräfteverhältnisse an diesem Abend aussagt zwischen den beiden Teams, die sich ja demnächst in der K.o.-Phase durchaus wiedersehen könnten. Der Gegentreffer von Straubings Veteran Mike Connelly Ende des zweiten Drittels – nicht mehr als ein Nebengeräusch zum zwischenzeitlichen 6:1..

München blieb im Rausch und Opfer wurde der bemitleidenswerte Florian Bugl zwischen den Straubinger Pfosten. Chris DeSousa erfüllte dem Anhang schließlich den Wunsch, den der zuvor über das gesamte Spiel hinweg herbeigewünscht hatte. Er machte das Ergebnis zweistellig. Bemerkenswert, dass die mitgereisten Straubinger ihrem Team auch dann noch munter den Rücken stärkten.

Auf Münchner Seite aber nahm die Derby-Party erst richtig Fahrt auf.PATRICK REICHELT

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