Football-Irrsinn in Europa

von Redaktion

Zwei neue Ligen gegründet – doch die alte Liga plant weiter mit den Teams

Hält an seiner Liga fest: Željko Karajica. © Herbertz/Imago

München – ELF, EFA, AFLE – wer soll da noch durchblicken? Der europäische Football ist zersplittert. Nach Streitigkeiten in der European League of Football über fehlenden Fortschritt, mangelnde Transparenz und finanzielle Unstimmigkeiten sind mit der European Football Aliance (sechs Teams) und der The American Football League Europe (acht Teams) zwei neue Ligen entstanden. Die EFA soll – ebenso wie die AFLE – im Mai starten, der Spielplan wurde bereits öffentlich kommuniziert. Die Munichs Ravens starten beispielsweise am 17. Mai gegen die Raiders Tirol in die EFA-Saison. „Unser Ziel war es immer, geduldig zu bleiben und die richtige langfristige Entscheidung für die Munich Ravens zu treffen“, sagt Thomas Krohne, Owner der Munich Ravens.

Blöd nur, dass auch die ELF mit einem Start im Mai plant. Und zwar mit den Teams, die mittlerweile in die anderen Ligen ausgewandert sind. „Es gibt Verträge und Verträge müssen eingehalten werden“, sagte CEO Željko Karajica und zählte neben Tirol, Paris, Prag, Madrid oder Nordic Storm eben auch die Munich Ravens auf: „Wir werden alles tun, um dieses Recht auch einzuklagen.“

Grundsätzlich wären die Vereine noch an die ELF gebunden. Die Funktionäre der Franchises sind sich aber einig, dass ein Ausstieg aufgrund nicht eingehaltener Vertragsinhalte rechtens ist. Karajica stand immer wieder im Zentrum der Kritik, das Vertrauensverhältnis innerhalb der Liga war komplett zerrüttet. Dienstleister und Mitarbeiter hatten über ausbleibende Auszahlungen geklagt. „Wir wären nicht in der Eigenverwaltung (Insolvenzverfahren, Anm. d. Red.), wenn wir alle Rechnungen fristgerecht hätten bezahlen können“, sagte Karajica: „Das Tempo, in dem wir gewachsen sind, hat uns eingeholt.“

Die ELF wurde überhastet auf 16 Teams aufgebläht, einige Franchises waren jedoch nicht ansatzweise wettbewerbsfähig. So gewannen die Munich Ravens unter anderem 90:0 gegen die Barcelona Dragons, kein gutes Bild für eine Liga, die den Football in Europa voranbringen will.

Die ELF hat nun ihren alternativen Spielplan an die abtrünnigen Teams geschickt und eine Deadline gesetzt. Die Vereine planen jedoch weiter fest mit der Teilnahme in den neuen Ligen. Es dürfte also auf einen Rechtsstreit hinauslaufen.NICO-MARIUS SCHMITZ

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