Hecking startet Retter-Mission

von Redaktion

Rettermission: Dieter Hecking kehrt nach Wolfsburg zurück

Wolfsburg – Dieter Hecking scheuchte seine Spieler lautstark über den Rasen, um sie für den brutalen Abstiegskampf fit zu machen. Doch während der Hoffnungsträger des VfL Wolfsburg auf dem Trainingsplatz entschlossen auf sein Debüt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim hinarbeitete, erhöhten die VW-Bosse den Druck auf den Krisenklub aus der Autostadt noch einmal gehörig. Derlei Nebengeräusche blendet Hecking für gewöhnlich aus. Der Trainer-Routinier hat klare Vorstellungen für seine schwere Premiere beim Champions-League-Kandidaten: „Wenn ihr mich so fragt: Lasst uns 1:0 gewinnen. Die Gegentorflut ist gebrochen, wir haben ein Tor geschossen, haben drei Punkte mehr und rutschen näher an die anderen Mannschaften heran. Das wäre Wunschkonzert. Vielleicht geht so ein Wunschkonzert ja mal in Erfüllung“

VW-Krise sorgt für Unruhe

Im Kampf um den Klassenerhalt hat sich das Prinzip Hoffnung bewährt. Die Wirtschaft operiert für gewöhnlich jedoch weitaus nüchterner – wie die jüngsten Aussagen von VW-Chef Oliver Blume beweisen. Man müsse auch beim VfL „Optimierungen angehen“, sagte er im Interview mit RTL/ntv: „Das machen wir aktuell schon, und wir werden am Saisonende alles auf den Prüfstand stellen. Und ich denke, das ist nur gerecht, so was zu tun.“ Demnach werden die angekündigten Sparmaßnahmen beim Autoriesen, Hauptsponsor und Eigner des VfL, auch den Tabellenvorletzten treffen. Unabhängig von einem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga könnte dies bedeuten, dass die Wolfsburger künftig mit weniger Geld vom Mutterkonzern rechnen könnten. Ein Gang in Liga zwei würde die finanzielle Situation verschlimmern. VW hatte am Dienstag mitgeteilt, dass wegen schlechter Konzernergebnisse bis 2030 rund 50.000 Stellen abgebaut werden sollen. Und auch sportlich sieht es düster aus: Läuft der kommende Spieltag ungünstig für Hecking und Co., liegen die Wölfe acht Partien vor Saisonende sieben Punkte hinter dem rettenden Ufer. Gleichzeitig hat der VfL, der bei nur einem Sieg aus den vergangenen elf Ligaspielen steht, die Chance, wieder an die Konkurrenz heranzurücken. „Das ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe, aber sie macht keine Angst“, so Hecking. Er glaube, sagte der Coach, „dass wir unsere Gelegenheit in den nächsten neun Spielen bekommen“. Das Restprogramm für den Trainer, der nach den Freistellungen seines Vorgängers Daniel Bauer und Sportchef Peter Christiansen zum Retter erkoren worden war, ist beinhart: Nach Hoffenheim kommt der direkte Konkurrent Werder Bremen nach Wolfsburg, dann geht es zu Bayer Leverkusen, und auch im Anschluss wird es kaum leichter.

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