Tim Stützle kommt mit Ottawa. © Chambers/AFP
Düsseldorf – Die NHL bringt nordamerikanisches Weltklasse-Eishockey zurück nach Deutschland – aber auf ihren Superstar Leon Draisaitl müssen die Fans mindestens bis 2027 warten. „Er steht ganz oben auf unserer Liste“, versicherten die NHL-Vertreter am Freitag während ihrer Strategie-Präsentation im Düsseldorfer Dome. Zunächst jedoch wird Olympiateilnehmer Tim Stützle mit den Ottawa Senators kurz vor Weihnachten ein doppeltes Gastspiel am Rhein geben.
„Das ist eine aufregende Nachricht. Ein großes Ding“, sagte Stützle, der im nahen Viersen geboren wurde und einst in Krefeld spielte. In einem Einspieler sprach er über die Zugkraft und Faszination der NHL für die Jugend: „Hoffentlich inspiriert es noch mehr Menschen in Deutschland, Eishockey zu spielen.“
Am 18. und 20. Dezember geht es für Stützle und die Ottawa Senators jeweils gegen die Chicago Blackhawks, auf eigens verkleinerter Eisfläche. Üblicherweise bestreitet die in die 2. Liga abgestürzte Düsseldorfer EG in der 13 000 Zuschauer fassenden Arena ihre Heimspiele.
Die ersten offiziellen Saisonspiele auf deutschem Eis seit 15 Jahren verkündete die National Hockey League mit großem Stolz und, selbstverständlich, in der Hoffnung auf finanziellen Anschub. „Deutschland ist ein Schlüsselmarkt für das Wachstum unseres Sports“, sagte Bill Daly, stellvertretender Commissioner der Liga, der die Verdienste und Popularität deutscher Stars wie Draisaitl (Edmonton Oilers) herausstellte. „Mindestens in den kommenden drei Jahren“ sind reguläre Saisonspiele in Deutschland geplant, parallel wird in den Breitensport investiert.
Ob dann wirklich auch Draisaitl kommen wird, womöglich sogar in seine Heimat Köln? Offen, aber wahrscheinlich: Diese Gelegenheit wird sich die NHL kaum entgehen lassen. Auf der „falschen“ Rheinseite wirbt sie am Wochenende mit „Hockey Days“ für sich, unter anderem wird der Stanley Cup vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus ausgestellt. Ein Senators-Spiel soll am Samstag auf Großleinwand live übertragen werden.