Sven Ulreich im Training des FC Bayern. © Ruiz
München – Der FC Bayern setzt am Samstag (15.30 Uhr, Sky) bei Bayer Leverkusen auf Sven Ulreich im Tor. „Wir haben nicht einmal gezuckt, nicht eine Sekunde“, sagte Sportvorstand Max Eberl über den Vertreter von Kapitän Manuel Neuer (Faserriss in der linken Wade) und Jonas Urbig (Gehirnerschütterung). Auch Trainer Vincent Kompany sprach in den höchsten Tönen über Ulreich, der sein bis dato letztes Pflichtspiel im September 2024 absolvierte. „Er hat viel Erfahrung. Wir haben volles Vertrauen“, betonte der Belgier mit Blick auf den 37-jährigen Routinier.
Auf Ulreich ist Verlass – diese Überschrift galt immer, wenn er in der Vergangenheit einspringen musste. Der 14. März 2026 wird trotzdem ein spezieller Tag für Ulreich sein. Er wird dann sicherlich an einen geliebten Jungen denken, der ihm bei seinem 243. Einsatz in der Bundesliga nicht zuschauen kann.
Im vergangenen Sommer musste Ulreich kurz vor seinem 37. Geburtstag mit seiner Familie einen extremen Schicksalsschlag bewältigen. „In tiefer Trauer möchten wir mitteilen, dass unser Sohn Len vor wenigen Wochen nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist“, teilte Ulreich Anfang August 2025 auf Instagram mit. Ulreich war in den Monaten des Bangens um den Sechsjährigen zeitweise vom Dienst beim FC Bayern befreit. Später verzichtete er auf Auswärtsreisen. Inzwischen geht das Leben weiter. Kompany hat Ulreich in seinen bald zwei Jahren in München nicht nur als stabilen Torwart kennengelernt, sondern auch als „stabile Persönlichkeit“, wie er sagte. Und jetzt gelte für den Torwart-Routinier das Gleiche wie bei Youngster Urbig. „Es gibt keinen Druck auf Ulle. Er hat es immer gut gemacht im Training. Jetzt soll er genau das zeigen im Spiel gegen Leverkusen.“
Max Eberl ergänzte: „Er kennt die Rolle des Einspringens, er hat sie klaglos angenommen. Wir wissen um seine Qualität und dass er genau für solche Momente da ist.“Vieles deutet darauf hin, dass Ulreichs am Saisonende auslaufender Vertrag nochmals bis 2027 verlängert wird. „Er hat eine schwere Zeit gehabt. Wir als Verein haben geholfen. Das hat verbunden“, bemerkte der Sportchef.
Und Leverkusen? Fünf Plätze und 22 Punkte trennen beide Clubs. Das Duell war schon mal heißer. Prestigeträchtig ist das Spiel dennoch – und vor allem für die Gastgeber ist das Punkten wichtig im Kampf um einen Königsklassen-Platz.
Aber auch Kompany nimmt die Aufgabe ernst. „Wir dürfen keine Spannung verlieren“, sagte der Belgier. Neben Neuer und Urbig werden auch Jamal Musiala (Schmerzreaktion im Sprunggelenk) und Alphonso Davies (Oberschenkelzerrung) verletzt fehlen. Dafür dürfte der in Bergamo nach einer Wadenprellung noch geschonte Torjäger Harry Kane wieder auflaufen. PK, VT