ZUM TAGE

Sind die Löwen so stabil wie ihr Trainer?

von Redaktion

Cool, cooler, Kauczinski

Für viele ist der Frühling die schönste Zeit des Jahres. Für Löwen-Fans war er lange die unerquicklichste. Nach dem langen Winter erwacht die Natur – aber selten der TSV 1860. Die Platzierungen der letzten drei Jahre: 8, 15 und 11. Frühlingsgefühle an der Grünwalder Straße sind meist geprägt von Punkteallergie und bleierner Müdigkeit – auf den Rängen wie auf dem Rasen.

Heuer ist das anders – dank eines Erweckers auf der Trainerbank. Markus Kauczinski hat es geschafft, die Löwen wach zu küssen – und erstmals seit Michael Köllner so etwas wie Aufbruchsstimmung zu entfachen. Zwei-Punkte-Schnitt, die Abwehr stabilisiert – die Offensive zaubert nicht, trifft aber fast immer. In der Tabelle ging’s unter Kauczinski rauf von 13 auf sechs. Kein Verein hat in diesem Zeitraum besser gepunktet. Selbst die gegnerischen Trainer zollen Respekt. „Er schafft es immer wieder, Teams zu stabilisieren und weiterzuentwickeln“, sagt Daniel Scherning über seinen Löwen-Kollegen.

Scherning kommt am Samstag mit Wehen Wiesbaden nach Giesing. Ein Verein, der 2026 ähnlich gut punktet wie 1860 – und vor Jahren schon einmal in die 2. Liga aufstieg. Trainer damals: Markus Kauczinski. Der charismatische „Kaucz“ aus dem Ruhrpott weiß offenbar, was es braucht, um sich in der 3. Liga von der grauen Masse abzuheben. Ein Team, das kämpft. Spieler, die den Unterschied machen. Der Fußball ist dabei nicht immer spektakulär – aber effektiv. Und manchmal ist genau das die größte Qualität eines Trainers: Pragmatismus statt komplizierter Spielphilosophie.

Mit einer Siegesserie haben sich die Löwen nach einem Durchhänger für Endspiel-Wochen qualifiziert. Wiesbaden, Duisburg, nach Ostern Cottbus. In diesen Duellen kann die Mannschaft zeigen, wie viel Kauczinski bereits in ihr steckt. Der Trainer weiß, wie Aufstieg geht – das hat er nicht nur in Wiesbaden bewiesen. „Ich bin so cool, ich pinkle Eiswürfel“, sagte er der „Bild“. Kauczinski spricht erfrischend offen über seine Ambitionen. Ob die Löwen sich anstecken lassen, wird sich nun zeigen. Passend zur Jahreszeit müssen sie nun wachsen – für endlich mal richtige Frühlingsgefühle.

Artikel 1 von 11