Thomas Linke (re.) beim Treffen mit Reporter Tschirpke (li.)
Thomas Linke verlor mit dem FC Bayern 1999 den Champions-League-Titel in der Nachspielzeit und holte sich den Henkelpott zwei Jahre später gegen Valencia. Unsere Zeitung hat mit ihm gesprochen.
Herr Linke, was macht Vincent Kompany bei den Bayern so besonders?
Ich bin begeistert von seiner Arbeit. Wenn man sieht, mit welcher Leidenschaft diese Mannschaft spielt, wie offensiv sie spielt, aber wie sie auch gegen den Ball arbeitet, dann muss man ihm ein Riesenkompliment machen. Wenn selbst ein Harry Kane sich so für die Mannschaft aufopfert, dann ist das auch ein Zeichen.
Sie liefen als Profi sieben Jahre für Bayern auf, trafen 1998 auf Hitzfeld…
… dem ich zuvor als Dortmund-Trainer für einen BVB-Wechsel abgesagt habe! (Lacht.) Aber er hatte deswegen keinen Groll auf mich, sondern war im Umgang mit allen sehr empathisch. Er hat das Rotationsprinzip erfunden und es damit geschafft, dass jeder das Gefühl hatte, ein wichtiger Teil der Mannschaft zu sein.
1999 erlebten Sie gegen Manchester die Mutter aller Niederlagen, 2001 verwandelten Sie den entscheidenden Strafstoß.
Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich überhaupt einen Elfmeter schießen muss. Aber dann wurden es immer weniger, die noch dastanden, und ich habe mir gedacht: Mailand – was soll hier schiefgehen? Das war tatsächlich der erste und auch letzte Elfmeter, den ich je in einem Pflichtspiel geschossen habe. Zum Glück war er drin.
Was bleibt Ihnen besonders im Gedächtnis?
Die Mentalität im Verein. Wenn ich an Bixente Lizarazu denke, der alles gewonnen hatte und jeden Tag trainiert hat, als ginge alles von vorn los – das war besonders.
Und Uli Hoeneß?
Uli hatte immer ein offenes Ohr für jeden. Wenn er dir die Hand auf etwas gegeben hat, war das wie ein Vertrag. Er ist eine der größten Persönlichkeiten im deutschen Fußball.
INTERVIEW: V. TSCHIRPKE
Das gesamte Interview sehen Sie auf dem Youtube (Absolut Fußball)