Emma Aicher jubelt über ihr bestes Ergebnis im Riesenslalom. © LUNDAHL/epa
Åre – Emma Aicher war kaum zu bremsen. Sie jubelte ausgelassen und schrie ihre Freude hinauf in den strahlend blauen Himmel. Bei der Siegerehrung scherzte sie dann ein wenig mit der überglücklichen Siegerin Mikaela Shiffrin, der sie mit ihrem herausragenden zweiten Platz beim Slalom im schwedischen Are gewaltig den Blutdruck nach oben getrieben hatte. „Ich bin schon sehr zufrieden mit dem ganzen Tag“, sagte Aicher lapidar nach dem besten Slalom ihrer Karriere.
Die beste Skirennläuferin der Gegenwart wirkte bei weitem nicht so gelassen. „Ich war sehr nervös, sehr aufgeregt, ich bin ziemlich glücklich, im Ziel zu sein“, bekannte Shiffrin nach ihrem 109. Sieg im Weltcup, der mit 0,94 Sekunden Vorsprung vor der Deutschen deutlich ausfiel. Aber: Aicher hatte die Slalom-Königin gewaltig unter Druck gesetzt. Die Olympiasiegerin musste liefern, sonst wäre ihr Vorsprung im Kampf um den Gesamtweltcup weiter geschmolzen.
Vor den letzten vier Rennen ab Samstag in Kvitfjell und Hafjell in Norwegen liegt Shiffrin nun 140 Punkte vor ihrer Verfolgerin – und obwohl der Vorsprung auf den ersten Blick beruhigend erscheint, gibt sich die Amerikanerin keineswegs siegessicher. „Ich muss noch kämpfen, Emma fährt gerade in jedem Rennen unglaublich“, sagte sie. Aicher hatte in Are schon mit dem besten Resultat ihrer Karriere im Riesenslalom geglänzt – als Vierte lag sie zwei Plätze vor Shiffrin.
Völlig chancenlos geht Aicher freilich nicht in die finalen vier Rennen: In der Abfahrt und im Super-G könnte sie viele Punkte gutmachen. Eine realistische Aussicht auf die große Kugel hätte Aicher aber wohl nur, wenn Shiffrin patzt.SID