Der Einsatz hat gestimmt: Die Löwen-Profis gaben alles – schön anzusehen war das nur teilweise. © Imago / kolbert-press
München – Erst erwischte es Marvin Rittmüller, dann Max Reinthaler. Beide Löwen kamen auf dem nassen Beton im Grünwalder Stadion in die Mixed Zone geschlittert, konnten einen Sturz gerade noch so verhindern. Traf auch auf ihre Mannschaft in den vorangegangenen 90 Minuten zu: 1860 taumelte, aber fiel nicht. Und so blickte man nach dem 0:0 gegen Verfolger Wehen Wiesbaden bei den Sechzgern in größtenteils zufriedene Gesichter.
Wenig Torchancen gleich langweiliges Fußballspiel? Sahen die Protagonisten anders. „Das war ein echtes Spitzenspiel, es war Feuer drin“, urteilte Abwehrboss Max Reinthaler. Trainer Markus Kauczinski hatte ein „hochklassiges“ Spiel gesehen, in dem es bereits vorher klar gewesen wäre, dass es kein „Feuerwerk an Chancen“ geben würde. Fraglich, ob die Beurteilungen genauso positiv ausgefallen wären, wenn Wiesbadens Tarik Gözüsirin etwas mehr Fortune gehabt hätte. 20 Minuten vor dem Ende fasste sich der Zehner der Gäste ein Herz und zog aus spitzem Winkel ab. Der Ball klatschte hinter Dähne an den Querbalken. Kaum vorstellbar, dass sich 1860 an diesem verregneten Samstagnachmittag von einem Rückstand noch erholt hätte. Bekräftigte auch Reinthaler: „Ich hatte das Gefühl, dass derjenige, der das erste Tor macht, das Spiel auch zieht.“
Gut für die Löwen: Bis auf zwei Chancen brannte defensiv nichts an. Schlecht für die Löwen: Bis auf zwei Chancen ging kaum Offensivgefahr von 1860 aus. Der fleißige Tim Danhof war noch am nächsten am Torerfolg dran, als er in bester Messi-Manier von rechts nach innen zog und das lange Eck nur knapp verfehlte. In Abwesenheit des gesperrten Thore Jacobsen warteten die Zuschauer vergeblich auf kreative Momente, auch weil Wiesbaden Kevin Volland oft aus dem Spiel nahm. Masken-Torjäger Sigurd Haugen hatte wenig Bindung zum Spiel, wurde – wenn überhaupt – nur mit Einzelaktionen gefährlich.
Die Siegesserie gerissen, die Aufstiegsplätze dennoch fest im Blick– auch wenn die Konkurrenz am Wochenende nur bedingt im Sinne der Löwen Federn ließ. Immerhin: Der MSV Duisburg wird nach der 1:5-Klatsche in Rostock vom Samstag im Duell mit 1860 kommende Woche nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Die Brust der Sechzger bleibt nach dem sechsten Spiel in Serie ohne Niederlage hingegen breit. „Nächste Woche Duisburg, das wird geil“, richtete Rittmüller den Blick schon auf den Sonntag (16.30 Uhr). Eines ist klar: Offensiv muss mehr kommen von den Giesingern, will man bei den Zebras bestehen. Die Rückkehr Jacobsens alleine wird`s nicht richten.MARCO BLANCO UCLES