Auf dem Abstellgleis

von Redaktion

Fit, aber nicht im Kader: Was ist los mit Niederlechner?

Randfigur: Niederlechner auf dem Rasen, aber in zivil. Kauczinski hat derzeit keinen Platz für den Promi-Löwen. © Sampics

München – Eigentlich war alles wie immer in den letzten Wochen. Florian Niederlechner beobachtete von draußen, wie seine Löwen beim 0:0 gegen Wiesbaden um den Aufstieg in die 2. Liga kämpfen. Der Unterschied: Dieses Mal war schon weit vor dem Anpfiff klar, dass der 35-Jährige sportlich keine Rolle spielen würde im Grünwalder Stadion. 1860-Coach Kauczinski berief Niederlechner nämlich gar nicht erst in den 20-Mann-Kader, der Stürmer musste auf der Tribüne Platz nehmen. Eine kräftige Ohrfeige für den prominenten Sommer-Neuzugang!

Kurzzeitig wurde unter den Fans gerätselt: Ist Niederlechner angeschlagen? Nein, machte Kauczinski nach dem Abpfiff klar: „Wir haben mit einer Spitze agiert, da ist Siggi (Haugen; Red.) derzeit relativ gesetzt. Dahinter hatten wir Justin Steinkötter, der zuletzt gute Einwechslungen hatte. Dann muss ich nicht noch einen vierten Stürmer mitnehmen und habe mich deshalb aus dem Moment heraus für Patrick Hobsch und gegen Florian Niederlechner entschieden.“

Niederlechner und Kauczinski – das scheint bislang zumindest nicht zu passen. Im Jahr 2026 kam der Routinier bislang auf magere zwölf Spielminuten, viel zu wenig für seine hohen Ansprüche. Eine schwierige Situation, die auch Mitspieler Thore Jacobsen nicht verborgen blieb: „Das tut mir sehr leid für ihn. Er hat das Herz am richtigen Fleck, liebt und lebt den Verein.“

Doch Niederlechner ist nicht der einzige Promi-Löwe, der bei Kauczinski einen schweren Stand hat. Die Bank am Samstag war besetzt mit klangvollen Namen wie Jesper Verlaat, Hobsch, David Philipp, Clemens Lippmann, Morris Schröter oder Raphael Schifferl. Zum Einsatz kam von ihnen lediglich Philipp, der in der Schlussviertelstunde dem Spiel neue Dynamik verleihen konnte.

Kauczinski setzt auf das Momentum, nicht auf den Status eines Spielers. Damjan Dordan, Marvin Rittmüller, Tim Danhof, Lasse Faßmann oder auch Edeljoker Justin Steinkötter – sie alle spielten monatelang keine Rolle bei den Löwen. Zuletzt hatten sie aber großen Anteil daran, dass der Karren aus dem Dreck gezogen wurde und 1860 plötzlich wieder ans Tor zur 2. Liga anklopft. Solange die Ergebnisse weiter stimmen (16 Punkte aus den letzten sechs Spielen), wird auch keine Unruhe im Kader aufkommen. Der Erfolg gibt Kauczinski Recht.

Geschäftsführer Manfred Paula wird aktuell gleich doppelt erfreut über die Aufstellungen Kauczinskis sein. Zum einen läuft es sportlich, zum anderen spült jeder Einsatz von NLZ-Eigengewächsen wie Faßmann oder auch Loris Husic zusätzliche Einnahmen durch den DFB-Fördertopf in die klammen Clubkassen.

Positiv für die Bankwärmer der jüngeren Vergangenheit: Kauczinski ist dafür bekannt, gute Leistungen im Training und Fleiß zu belohnen. Wer sich reinhaut, kann damit rechnen, auf lange Sicht mit Spielminuten belohnt zu werden. Bei Niederlechner (Vertrag bis 2027) mangelt es in Sachen Leistungsbereitschaft ohnehin nicht. Weiß auch Jacobsen: „Er wird wieder wichtig werden, da bin ich mir sicher. Ich glaube, er ist auch Sportsmann genug, dass er es heute hinnimmt und die richtige Antwort auf dem Platz gibt.“

Es darf mit Spannung erwartet werden, wer am Samstag in den Löwenbus gen Duisburg steigt. Hobsch? Steinkötter? Niederlechner? Oder jemand ganz anderes? Alles möglich bei Erfolgscoach Kauczinski…MARCO BLANCO UCLES

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