Gewinnspiel neun aus elf

von Redaktion

Beim EHC müssen zwei Importspieler auf die Tribüne – wen wird es treffen?

Der „Krieger“ ist zurück: Chris DeSousa (r.) gilt als der Spielertyp, über den man sagt, er sei „für die Playoffs geboren“. © Red Bull/City-PressMarco Leipold

München – Eine Woche Spielpause, Training und Regeneration stehen beim EHC Red Bull München auf dem Plan. Und für die Trainer um Headcoach Oliver David: Nachdenken über die Aufstellung für die Playoff-Viertelfinalserie gegen den ERC Ingolstadt (Best of Seven, ab Dienstag, 23. März). Normal macht sich im Eishockey das Line-Up von selbst. Ausnahme: Ein Club hat zu viele Import-Spieler unter Vertrag. Wie eben München. Elf „Ausländer“ stehen unter Vertrag, nur neun aber dürfen eingesetzt werden. Frage darum: Wer ist unverzichtbar – und wen könnte der Cut treffen?

Antoine Bibeau: Mathias Niederberger ist der technisch feinere Torhüter, aber fällt verletzt aus. Somit ist der Kanadier Bibeau gesetzt. Es spricht auch nichts gegen ihn. Mit Topwerten (92,36 Prozent der Schüsse gehalten, Gegentorschnitt 1,92) ist er durch die Saison gekommen, hat 22 seiner 29 Spiele gewonnen. Unverzichtbar.

Ryan Murphy: Nominell Verteidiger, tatsächlich aber der Spielmacher des EHC. Gefragt in Über- und Unterzahl, steht regelmäßig über 20 Minuten auf dem Eis. Gelegentliche Defensivaussetzer werden ihm nachgesehen. Unverzichtbar.

Ville Pokka: Als der finnische Promi (Olympiasieger und Weltmeister 2022) verpflichtet wurde, herrschte wegen seiner Verletzungsgeschichte noch Skepsis unter den Fans. Der 31-Jährige bestritt aber jedes Spiel, ist der zweite Gestalter neben Murphy. Unverzichtbar.

Alberts Smits: „Wir waren total geflasht, als wir ihn beim Deutschland Cup gesehen haben“, erinnert sich EHC-Sportchef Christian Winkler an den Moment Von Smits‘ Entdeckung im vergangenen November. Der 18-jährige Lette ist ein Supertalent, wird ziemlich sicher in der ersten Runde des nächsten NHL-Drafts gezogen werden. Auch wenn München nur eine kurze Leihstation bleiben wird – den Ruhm, an der Entwicklung mitgewirkt zu haben, wird sich Red Bull nicht nehmen lassen. Unverzichtbar.

Dillon Heatherington: Er steht schon aufgrund seiner Maße (1,93 Meter, 98 Kilo) für körperbetontes Spiel, wie man es in den Playoffs benötigt – allerdings hat die Ankunft des vergleichbar robusten Smits seine Perspektive verschlechtert. Da der EHC auch noch eine Reihe deutscher Verteidiger hat (Wagner, Abeltshauser, Sinn, Daubner), verzichtbar.

Taro Hirose: Kein großer Vollstrecker (9 Tore), aber grandioser Vorbereiter (45 Assists). Der Topscorer sticht spielerisch einfach heraus. Die Attraktion in der Offensive. Unverzichtbar.

Adam Brooks: Als er 2024 in die DEL kam, tippte Christian Winkler auf ihn als den kommenden besten Spieler der Liga. Diesen Status hat der Kanadier nicht erreicht, aber abseits seiner Verletzungen (kosteten ihn 14 Partien) in der zweiten Saison eine stabile Hauptrunde (ein Scorerpunkt pro Einsatz) gespielt. Im Normalfall dabei.

Chris DeSousa: Oliver David nennt ihn einen „Krieger, der spielen will, bis er stirbt“. Der EHC holte den Stürmer vor vier Jahren aus Wolfsburg, weil er im damaligen Playoff-Duell mit seiner Einstellung beeindruckt hatte. Unverzichtbar.

Brady Ferguson: Der Amerikaner ist eher der Typ „unsung hero“, der ohne großes Spektakel Einfluss aufs Spiel nimmt. Kann in beiden Special Teams spielen. Daher gesetzt.

Jeremy McKenna: Der Flügelstürmer blieb unter seinen Vorjahres-Werten in Nürnberg, doch 17 Tore in 50 Spielen sind ein Argument, ihm zu vertrauen. Fester Bestandteil des Powerplays, macht seine Tore auch unkonvemntionell. Tendenziell gesetzt.

Gabriel Fontaine: 2025 wurde der Kanadier mit den Eisbären Berlin Meister, sein Scoring-Beitrag war enorm. In München in dieser Hinsicht nur durchschnittlich. Verzichtbar.

GÜNTER KLEIN

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