ZUM TAGE

Passieren kann immer etwas

von Redaktion

Das Plus der Deutschen Eishockey Liga

Orgiastische Zustände waren das am Freitagabend, Ekstase noch dichter als im Minutentakt. Vorletzter Hauptrunden-Spieltag in der Deutschen Eishockey Liga, sieben Stadien, 66 Tore. Der Fernsehsender MagentaSport hat, dem Vorbild Fußball folgend, die Konferenz eingeführt, die Kommentatoren kamen aus ihrer „Tooooorrrr in …“-Ruferei gar nicht mehr heraus. 4:6, 10:1, 4:2, 7:4, 8:5, 4:6, 3:2 – das hatte wahrhaft Action-Gehalt. Im Kontrast dazu der Fußball-Bundesligaspieltag des Wochenendes: 2:0, 1:1, 2:0, 1:0, 1:1, 1:1, 0:2, 0:1, 1:0.

Okay, in beiden Fällen waren das Ausschläge, einmal nach oben, einmal nach unten. Im Verlauf der vergangenen Monate hat es durchaus Eishockey-Spieltage gegeben, die von Fußball-Ergebnissen geprägt waren und ging es auf dem grünen Rasen zahlentechnisch bisweilen so zu, als würde auf rutschigem Untergrund gespielt. In den nun beginnenden Playoffs wird das Eishockey sich auch wieder anders präsentieren als am 51. und mit 54 Einschlägen auch wilden letzten Spieltag. Wenn Niederlagen schwerer wiegen, vielleicht gar das Ende der Saison bedeuten, wird man erst mal darauf achten, dass hinten nichts passiert. Alter Leitspruch: „Defence wins championships“, Titel werden durch Abwehrarbeit (und Torhüterleistung) gewonnen.

Wenn wir an der Grenzlinie von Punkt- zu Playoffspielen eine DEL-Bilanz ziehen sollen, fällt sie positiv aus. Obwohl die Tabelle in etwa die finanziellen Möglichkeiten der Vereine widerspiegelt, schafft es die Liga, dass in fast jedes Match mit der Vorstellung gegangen wird, auch der schlechter platzierte Club könnte es für sich entscheiden. Die Kölner Haie spielten eine starke Hauptrunde, wurden verdientermaßen und mit 13 Punkten Vorsprung auf die Adler Mannheim Erster – und dennoch: Im Schnitt jedes vierte Spiel verloren sie. Kein Vergleich zur Fußball-Bundesliga, in der die beiden Oberen nur ein- (Bayern) und zweimal (BVB) verloren haben.

In der DEL geht die Schere wirtschaftlich und daher sportlich eben nicht so weit auseinander wie in der DFL. Auch deshalb, weil die Fernsehgelder gerecht aufgeteilt werden: Gesamtsumme durch 14. Die Liga dankt mit Spektakel. Nicht immer, aber es kann immer passieren. Dafür geht man hin.

Artikel 1 von 11