München – Als Phillip Sinn vor knapp einem Jahr vom EHC Red Bull München verpflichtet wurde und klar war, dass aus Salzburg auch sein Abwehrkollege Ryan Murphy mitkommen würde, machte er eine kühne Ansage: „Ryan wird in der DEL der Verteidiger des Jahres werden.“ Murphy, später mit dieser Aussage konfrontiert, lachte auf: „Danke für den Druck.“
Und nun: Die Hauptrunde 2025/26 ist zu Ende, die Deutsche Eishockey Liga hat ihre Besten gekürt – und Murphy spielte keine Rolle. Bei den Abwehrspielern lagen Nick Mattinen (Mannheim), Marcel Brandt (Straubing) und Alex Breton vom kommenden Playoff-Gegner Ingolstadt vorne. Überhaupt kam nur ein Münchner aufs Stockerl: Antoine Bibeau bei den Torhütern mit vier Prozent der Stimmen auf Platz drei, hinter Maximilian Franzreb (Mannheim/20 Prozent) und dem Kölner Janne Juvonen (71 Prozent) – der Goalie aus Finnland wurde nebenbei auch Spieler des Jahres. In der Kategorie Stürmer gewann der Ingolstädter Riley Barber, bei den Trainern Kölns Kari Jalonen. Dritter hier: der Ingolstädter Mark French. Junior des Jahres: Timo Kose (Frankfurt) – die Münchner Schule ging auch hier leer aus.
Außen vor blieb München zudem beim World Cup of Hockey, dem Premiumturnier, das die NHL im Februar 2028 mit acht Nationen, vermutlich auch mit Deutschland, veranstalten wird. Der stellvertretende NHL-Commissioner Bill Daly sprach vergangene Woche von einer „Handvoll deutscher Bewerber“ um die europäische Gruppe. Der SAP Garden gehörte zu ihnen – doch am Montag die Entscheidung: Den Zuschlag bekam Prag. In Nordamerika wird der World Cup in Calgary und Edmonton ausgerichtet.GÜK