Wer die BMW Open gewinnt, bekommt eine Lederhosen – 2025 durfte Alexander Zverev anprobieren. © Hasenkopf/Imago
Brasiliens Star: Joao Fonseca. © Brunskill/AFP
München-Debüt: Stefanos Tsitsipas. © Morissard/dpa
Über 6000 Plätze und voll ausgereizt: Die Kapazitäten des Center Courts wurden noch einmal leicht erhöht. © IMAGO
München – Im VIP-Chalet gibt‘s Weißwürst, auf den Plätzen Grand-Slam-Niveau. Wenn am 11. April der erste Aufschlag zu den BMW Open fällt, darf sich München auf ein Spielerfeld freuen, das spielerischen Glanz und Glamour versprüht. Oder wie es Turnierdirektor Patrik Kühnen formuliert: „Ab Tag eins: Feuer frei beim Iphitos.“ Wer die Sieger-Lederhosen bekommt? Völlig offen!
Um sein Event in ein bestmögliches Licht zu rücken, wählen Veranstalter gerne eine große Bühne und markige Worte, doch das haben Kühnen & Co. überhaupt nicht mehr nötig. Die Top-4 (Zverev, Fritz, Shelton und Bublik) waren schon seit Wochen bekannt. Der Rest der illustren Meldungen gelangte am Dienstag völlig unprätentiös über eine gewöhnliche Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.
Die aber hatte es in sich. Mit Spielern wie Publikumsliebling Stefanos Tsitsipas (27), Ex-US-Open-Champion Marin Cilic (37), Brasilien-Rakete Joao Fonseca (19) und dem ebenfalls hochtalentierten Kanadier Gabriel Diallo (24) konnte Kühnen sowohl „große Namen“ als auch „junge Wilde“ präsentieren. Garniert mit den beiden Top-20-Italienern Flavio Cobolli und Luciano Darderi oder Sebastian Korda, Sohn des ehemaligen Australian-Open-Siegers Petr Korda.
„Heute genieße ich“, sagt Kühnen unserer Zeitung. „Es ist ein wahnsinnig attraktives Feld. Ich freue mich schon jetzt auf die Auslosung.“ Auch Deutschlands Topstar Alexander Zverev dürfte da genau hinsehen, denn mit Francisco Cerundolo (Argentinien), Arthur Rinderknech (Frankreich) und Tallon Griekspoor (Niederlande) drohen drei Angstgegner, mit denen sich der 28-Jährige gewöhnlich schwer tut – zumindest auf Sand.
Noch bewegt sich Zverev aber auf den amerikanischen Hartplätzen. Am Freitag in Miami, vergangenen Samstag scheiterte er im Indian-Wells-Halbfinale an Jannik Sinner. Auch mit dem Italiener sind die Verantwortlichen immer wieder im Austausch. Dreimal hatte man sogar schon seine Zusage. Erst hinderte ihn eine Verletzung, dann kam Corona und vergangenes Jahr verbüßte die aktuelle Nummer zwei der Welt eine dreimonatige Dopingsperre.
Doch auch ohne Sinner herrscht auf dem temporären und imposanten 6000-Plätze-Center-Court (Spatenstich für das neue Stadion ist im Herbst) und dem Platz zwei (alter Center Court) Weltklasse-Niveau. Bei einem Turnier der 500er-Kategorie wird natürlich „nur“ über zwei Gewinnsätze gespielt, aber die Paarungen sind attraktiver als die frühen Runden bei einem Grand-Slam-Turnier. „Das Niveau geht schon in Richtung zweite Woche bei einem Grand Slam“, bestätigt auch Kühnen.
Leidtragende ist die etwas schwächelnde deutsche Fraktion hinter Zverev. Daniel Altmaier (Platz 55) verpasste den Cut (54) hauchdünn, könnte aber mit etwas Glück noch direkt ins Hauptfeld rutschen. Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann und Justin Engel müssen auf eine der drei Wildcards hoffen – andernfalls droht die Qualifikation. Interessant: Auch Tsitsipas, der seine alte Form sucht, schaffte es geradeso. Nicht schlecht für ein Turnier, das vor etwa 15 Jahren kurz vor dem Aus stand.MATHIAS MÜLLER