Immer was zu melden: Hamann und Matthäus. © Imago
München – Hinter den Kulissen ist es beim FC Bayern derzeit erstaunlich ruhig – und der Kuschelkurs von der Säbener Straße scheint nun auch die größten Kritiker des Vereins zu erreichen. Nur so sind die Sätze zu erklären, die CEO Jan-Christian Dreesen in seiner Podcast-Premiere bei „OMR“ in Richtung Didi Hamann und Lothar Matthäus verlor. „Ich bin der Meinung, es gehört ein Stück weit zu unserem Geschäft und der Branche dazu. Und natürlich ist es Aufmerksamkeit“, sagte der CEO über die Wortbeiträge der beiden TV-Experten – und äußerte sich damit konträr zu Uli Hoeneß, den Didi und Lothar bekanntlich regelmäßig massiv auf die Palme bringen.
Der Ehrenpräsident hatte Hamann vor einiger Zeit als „Messias des Fußball-Kommentatoren“ bezeichnet und Matthäus nach seinen „Tassen im Schrank“ befragt. Dreesen sagte nun: „Natürlich mögen wir manche lieber als andere, aber letzten Endes gehören sie zum Geschäft dazu. Es wäre doch schlimm, wenn keiner mehr über den FC Bayern lästert, dann wären wir nämlich unwichtig und nicht relevant.“ Der Chef dreht den Spieß also einfach um. Denn eigentlich sei es doch „super, wenn sich alle mit dem FC Bayern beschäftigen, weil das unsere Relevanz zeigt“. Also Feuer frei für das Chefkritiker-Duo: „Die sollen rumschimpfen, wie sie wollen – so lange wir gewinnen, kann jeder schimpfen, wie er mag.“
Dreesen sieht die Sache lockerer. Weil er vom Typ her locker ist, aber auch, weil ihn die Vergangenheit nicht persönlich mit Hamann und Matthäus verbindet. Er hat durchaus Verständnis für seinen Aufsichtsrats-Kollegen, dem schon mehrfach die Hutschnur geplatzt ist: „Beide waren hier Spieler. Die kennen sich so gut, deswegen ärgert man sich da auch mehr, wenn man dann beispielsweise von Didi Hamann immer nur Genöle und Gemecker und Geschimpfe hört. Das mag man dann irgendwann nicht mehr hören.“
Hoeneß‘ Retourkutschen gegen die Experten sind inzwischen fast so regelmäßig wie einst die Anrufe im „Sport1-Doppelpass“. Dreesen sagt: Da geht ihm manchmal der Gaul durch. Auf der anderen Seite sei das ja auch „sympathisch. Deswegen weiß man ja auch, woran man bei Uli ist.“ Das gilt für Externe – aber auch intern.HLR, PK, VT