Stünde bereit: Der 16-jährige Prescott.
Braucht noch etwas: Manuel Neuer.
Fliegt wieder: Jonas Urbig nahm am Abschlusstraining des FC Bayern teil. Das war schon mal ein gutes Zeichen. © Ruiz (3)
München – Zittern bis zum Schluss: Zwar absolvierte Jonas Urbig das Abschlusstraining am frühen Dienstagnachmittag mit seinen Bayern-Kollegen auf dem Rasen. Doch ob der Torhüter auch am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) im Achtelfinal-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo im Kasten der Münchner steht, entscheidet sich nach Informationen unserer Zeitung erst kurzfristig. Dafür muss der 22-Jährige, der vergangene Woche im Hinspiel eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, auch am Spieltag komplett symptomfrei bleiben.
Vincent Kompany erklärte dazu auf der Pressekonferenz am Dienstag: „Wenn alles normal läuft, steht Urbig im Tor. Und wenn nicht, werden wir eine andere Lösung finden.“ Diese andere Lösung, das bestätigte Kompany auf Nachfrage, heißt: Leonard Prescott.
Der 16-Jährige gilt als hochtalentiert, stark mit dem Ball am Fuß und sehr reif. Ein Einsatz in dem jungen Alter wäre aber auch mit Risiken verbunden. Einerseits, weil Minderjährige in Deutschland nur mit Sondergenehmigung bis 23 Uhr arbeiten dürfen (dafür fand man bei Lennart Karl auch eine Lösung). Und andererseits, weil die Bühne eines Champions-League-K.o.-Spiels eben doch eine extrem große ist, um dort seinen Einstand zu feiern.
Doch welchen Eindruck hat Prescott in den bisherigen Einheiten bei seinem Trainer hinterlassen? „Er ist ganz ruhig“, erklärte Kompany. „Wenn er spielen muss, bekommt er volle Unterstützung und Rückendeckung. Und es wird nie einen jungen Spieler bei uns geben, der eine Hauptrolle bekommt. Egal, was passiert: Wir haben volles Vertrauen!“
Und zur Partie: „Es ist sehr schwierig einzuschätzen, wie sie kommen werden. Wir werden auf alles vorbereitet sein.“
Tatsächlich ist die Ausgangslage insgesamt dank des komfortablen 6:1-Erfolgs ziemlich komfortabel – auf der Torwartposition hatte der FCB in den vergangenen Wochen aber enormes Pech: Mit Manuel Neuer ist der Stammkeeper seit der Partie gegen Gladbach am 6. März verletzt. Der 39-Jährige, der zwar am Dienstag wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren konnte, wird erst nach der Länderspielpause zurückerwartet.
Vertreter Urbig lief daher im Hinspiel gegen Atalanta auf – und zog sich kurz vor Schluss eine Gehirnerschütterung zu, die ihn auch zuletzt beim Auswärtsspiel in Leverkusen außer Gefecht setzte. Womit die Bayern bei ihrem dritten Torwart, Sven Ulreich, angekommen waren, der seit September 2024 kein Pflichtspiel mehr absolviert hatte. Und passend zum aktuellen Verletzungspech auf der Torwartposition zog sich auch Ulreich einen Muskelbündelriss der Adduktoren zu, nachdem er zuvor gegen die Werkself überragend hielt.
Weil mit Leon Klanac aber selbst der vierte (!) Keeper aktuell verletzt ist, steht nun tatsächlich ein Profi- und Champions-League-Debüt des erst 16-jährigen Prescott im Raum, sollte Urbig nicht spielen können. Auf der Bank sitzt mit Jannis Bärtl (19) ein weiterer Campus-Spieler.V. TSCHIRPKE, H. RAIF, P. KESSLER