München – Markus Kauczinski ist ein ehrlicher Mensch. Der Löwencoach spricht aus, was er denkt – auch wenn die Wahrheit manchmal unangenehm ist. Nach 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen ist alles wunderbar bei 1860? Eben nicht. Kauczinski legt den Finger wenige Tage vor dem Auswärtsspiel in Duisburg (Sonntag, 16.30 Uhr) in die Wunde. Der 56-Jährige warnt: „Wir müssen Dinge verändern, anpassen. Ich habe gerade das Gefühl, wir sind zu berechenbar.“
Vieles konzentriert sich im Löwen-Angriff auf Toptorjäger Sigurd Haugen. Das haben die Gegner auch bemerkt. Ein Fakt, der Kauczinski zu schaffen macht: „Die Gegner haben sich so ein wenig auf Siggi eingestellt. Man weiß ja, dass er immer auf dem Sprung ist, wenn Kevin (Volland; Red.) den Ball auf dem freien Fuß hat.“ Das bewährte Angriffsmittel – Steckball von Kevin Volland auf Haugen – scheint ein wenig entzaubert. Zur Erinnerung: Das Siegtor in Hoffenheim Ende Februar fiel genau auf diese Weise. Zuletzt jedoch hatte es Haugen zunehmend schwerer, seine gefährlichen Tiefenlaufwege zu starten.
Möglich, dass der Maskenmann in Duisburg einen zweiten Stürmer zur Entlastung an seine Seite bekommt. Kleine Systemänderungen hat Kauczinski im Kopf, alles über den Haufen werfen wird er aber nicht. Die defensive Stabilität bleibt das Erfolgsrezept der Sechzger: „Wir haben zuletzt 16 von 18 möglichen Punkten geholt. Diese Spielweise hat uns oben herangebracht. Insofern ist es müßig zu sagen, ob eine andere Art und Weise schöner wäre.“ Es helfe nicht, wenn die Löwen 2:4 verlieren und die Fans danach sagen, das Spiel „wäre schön gewesen“.
Die Balance zwischen Offensive und Defensive müsse gehalten werden, unterstreicht Kauczinski: „Ich muss alles, was ich nach vorne mache, hinten wieder auffangen. Defensiv stehen wir gut. Mich treibt um, wie wir offensiver noch gefährlicher werden können.“ Egal ob Patrick Hobsch, David Philipp oder Justin Steinkötter: Vielleicht sitzt der Plan B der Löwen ja schon auf der Bank bereit und scharrt mit den Hufen.MBU