Wer fliegt raus?

von Redaktion

DFB-Coach Nagelsmann: Donnerstag ist der Tag der WM-Wahrheit

Streich-Kandidat: Woltemade mit Nagelsmann. © dpa

Frankfurt – Das große Kader-Geheimnis mit brisanten WM-Implikationen lüftet Julian Nagelsmann schon einige Stunden vor seiner Pressekonferenz. Um 11 Uhr wird er am Donnerstag bei der Mitarbeiterversammlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sprechen, er will sein Aufgebot für das Länderspielfenster vorstellen und den Sommer in Nordamerika skizzieren. Einige Wackelkandidaten unter seinen Spielern müssen jedoch bis 14 Uhr zittern – ihr American Dream kann dann schon platzen.

Denn: Nicht weniger als einen Aufschrei der Empörten hat der Bundestrainer für seine WM-Nominierung im Mai angekündigt. Es werde „Entscheidungen geben, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen. Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit“, sagte Nagelsmann: Weil er Stammspieler im Verein dennoch nicht nominieren werde. Diese werden somit schon bei den Test-Duellen mit der Schweiz (27. März in Basel) und Ghana (30. März in Stuttgart) fehlen.

Nagelsmanns meinungsstarkes kicker-Interview vor zwei Wochen war eine öffentliche Einzelkritik seiner vielen WM-Bewerber. Seitdem herrscht Rätselraten: Wen wird es erwischen? Wessen Ausbootung würde wirklich einen Aufschrei auslösen? Gibt es einen „Mr. X“, der völlig überraschend keines der Tickets für die „Route 26“ bekommt?

Es wirkt zumindest unwahrscheinlich. Said El Mala könnte am Donnerstag gestrichen werden, den Kölner zählte Nagelsmann an. Lennart Karl spielte beim FC Bayern zuletzt weniger – und schwächer. Die Stuttgarter Fraktion mit Maximilian Mittelstädt, Jamie Leweling, Angelo Stiller ist stark gefährdet. Nick Woltemade vielleicht, inmitten einer heftigen Formkrise? Niclas Füllkrug?

Klar ist: Wer jetzt (aus sportlichem Grunde) nicht auf der Liste steht, lebt in Sorge um den WM-Platz. „Der Kader wird dem, mit dem wir zur WM reisen wollen, sehr ähneln“, sagte Nagelsmann, er benutzt dafür das Wort „artverwandt“. Es las sich, als seien Änderungen danach nur durch Verletzungen oder ungeahnte Leistungsexplosionen möglich. Nagelsmann geht es um die perfekte Rollenbesetzung. Auf keinen Fall will der Bundestrainer im WM-Camp in Winston-Salem unzufriedene Gesichter sehen, denn „sechs Wochen Nationalmannschaft sind wie sechs Monate Vereinsfußball“.SID

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