Gerade schweigend: Michael Ballack.
Madonna, was für ein Achtelfinale! Beim Bayern-6:1 in Bergamo hat die Abwehr der Italiener gestreikt. Gestern in Fröttmaning hat die MVG unter dem Motto „Manchmal verkehrt Garnix“ den Betrieb eingestellt. DAZN-Experte Michael Ballack und Kommentator Marco Hagemann haben es trotzdem pünktlich in die Arena geschafft, was im Internet zurecht auf gemischte Reaktionen stieß.
– Il presentatore: Nein, la bella Laura Wontorra ist nicht in Freimann an der Weiterbeförderung gescheitert. Die Gute turnt mit Papa Jörg in L.A. rum, für eine WM-Doku. Auch schön. Für sie übernahm der junge Freddy Harder souverän die Amtsgeschäfte. Das Bayern-Motto bei DAZN: „Mia san Tore“, was nach dem italienischen Badeort Miasantore al Mare klingt. Freddy versuchte, Spannung herbeizureden. Doch auch ihm schwante: „Wir gehen ein bisschen davon aus, dass die Bayern das Weiterkommen fix machen.“ Aber nur ein bisschen!
– L’esperto: Michael Ballack referierte über „Fehrplé“. Es kann aber auch sein, dass er Fairplay gesagt hat. Wir verstehen ihn manchmal schlecht, wenn er „konsterniert“, dass „Galataray“ gute Chancen gegen Liverpool hat (Sie wissen, was wir meinen). Noch zwei Ballack-Erkenntnisse: „Es ist ein Unterschied, ob du 3:0 führst oder 0:3 hinten liegst.“ Potzblitz! Und: „Es ist und bleibt Champions League“ – und nicht der Oberpfalz-Pokal im Hallenrodeln. Bei ihm könnte ein Sprechstreik nicht schaden. Man hätte sich von Ballack die Klarheit der bei uns wohnhaften Frau Heinrich gewünscht, die konsternierte: „Bei 6:1 können die Bayern einen Pinguin ins Tor stellen.“
– I telecronisti: Der sprachkomplizierte Marco Hagemann versuchte sich an der Adverbialverwendung des Partizips. Seine Erkenntnis über die beschauliche Spielweise von Atalanta: Sie sind „nicht jagend über das gesamte Spielfeld hinweg“. Er haderte in der eher faden ersten Hälfte über „Schmusemusik statt Rock ’n’ Roll.“ Hübsch war seine Beschreibung der verschüchterten Italiener: „Wie ein Partygast, der in der Ecke steht und nicht zwingend tanzen möchte.“ Der massiv mitteilungsbedürftige Ballack riskierte vor lauter Reden einen Muskelfaselriss. Sein Fazit: „Es ist prädestinierend für dieses Spiel, dass es eben schon entschieden ist eigentlich.“ Er war zu selten schweigend eigentlich.