„Lasst uns die Bayern packen“

von Redaktion

Real Madrid und die Champions League – das passt auch diese Saison wieder zusammen

Triumphierender Trainer: Álvaro Arbeloa. © AFP/PAUL ELLIS

Spezieller Torjubel: Vinicius jr, nach dem 1:0. © AFP/Paul Ellis

Ausgelassenheit nach dem Achtelfinale: Vinicius jr. auf dem breiten Rücken von Antonio Rüdiger. © Paul Ellis/AFP

Nur noch hinterherschauen kann City-Torwart Donnarumma diesem Ball – der zweite Gegentreffer. © Adam Vaughan/EPA

Manchester – Vinicius jr. strahlte. Überglücklich wurde der Matchwinner von Antonio Rüdiger huckepack über den Platz getragen, die Stars von Real Madrid ließen sich ausgiebig feiern. Und als Vinicius irgendwann vom Rücken des deutschen Nationalspielers geklettert war, rief der Brasilianer seinen Kollegen das Motto für das Viertelfinale in der Champions League zu: Und jetzt die Bayern.

„Lasst sie uns packen“, sagte Vinicius nach seinem Doppelpack beim 2:1 (1:1) im Achtelfinal-Rückspiel bei Manchester City über die Münchner, die ihr Hinspiel gegen Atalanta Bergamo 6:1 gewonnen hatten. Und so fieberten die Königlichen zu einem Zeitpunkt, als das Münchner Rückspiel noch gar nicht ausgetragen war, bereits dem ewig jungen Gigantenduell mit dem einstigen Angstgegner („Bestia Negra“) entgegen. „Wir sind bereit für mehr, für alles, was kommt“, sagte Vinicius.

Ein verkorkstes Jahr kann noch gerettet werden

Während die Madrilenen im Pokal bereits ausgeschieden sind und in der Liga vier Punkte hinter dem Erzrivalen FC Barcelona liegen, laufen Vinicius und Co. in der Champions League zur Hochform auf. Wie beim 3:0 im Hinspiel hatte City mit dem entzauberten Teammanager Pep Guardiola auch in Manchester keine Chance. Madrid und die Champions League, das passt einfach. „Wenn Real Madrid in diesem Wettbewerb spielt, ändert sich alles“, schwärmte Vinicius.

Und so wittern sie ihre Chance, eine sonst verkorkste Saison in der Königsklasse zu retten. „Wenn wir so spielen, können wir jedes Team schlagen“, sagte Mittelfeldmann Aurélien Tchouaméni nach der Partie: „Mit Real ist alles möglich.“

Harry Kane, Joshua Kimmich, Manuel Neuer und all die anderen Bayern-Stars sollten sich also auf etwas gefasst machen. Zumal der Mythos von der „Bestia Negra“ zuletzt arg bröckelte, seit dem Halbfinal-Aus 2012 setzte sich Real viermal gegen den deutschen Rekordmeister durch: Im Halbfinale 2014 (1:0/4:0), im Viertelfinale 2017 (2:1, 5:4 n.V.), im Halbfinale 2018 (2:1, 2:2) und im Halbfinale 2024 (2:2, 2:1). „Real Madrid stirbt in Europa einfach nicht“, schrieb die Hauspostille „Marca“. Und „La Vanguardia“ meinte: Real sei in der Champions League „nahezu unzerstörbar“.

Das bekam erneut auch Guardiola zu spüren. Schon zum vierten Mal innerhalb der vergangenen fünf Jahre zerstörte Real den Traum des Startrainers vom (neuerlichen) Champions-League-Sieg mit City. Stattdessen blickt alles auf das Duell Real gegen Bayern – der Gewinner dürfte der ganz große Favorit sein. Die vier K.o.-Siege zuletzt machen Madrid Mut, denn jedes Mal gewann Madrid danach auch den Henkelpott. Auch diesmal? „Wer den Titel holen will“, sagte Trainer Álvaro Arbeloa über die Bayern, „muss die Besten schlagen.“

Das geht nur mit breiter Brust – die hat Real von Natur aus. Aber jetzt ist sie noch ein bisschen breiter. „Dieses Spiel“, sagte Vini jr. nach dem zweiten Erfolg über City, „ist sehr wichtig für unser Selbstvertrauen.“ Real, betonte er, habe stets die Kontrolle gehabt – und das gegen eine so „große Mannschaft“ mit einem so „großen Trainer“.SID

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