Weiße Übermacht: Vor allem individuell dominierte der BC Dubai in München deutlich. © IMAGO/Fischer
München – Eine der großen Fragen war ja schon vor dem Anwurf geklärt. Natürlich hieß Bayerns Hallensprecher Thomas Killian auch den BC Dubai in dessen Landessprache willkommen. Das spielt zwar nicht wirklich eine Rolle, weil es dem Basketball-Leuchtturm des Nahen Ostens an arabischen Kräften gebricht. Aber mit schönen Gewohnheiten soll man bekanntlich nicht brechen – weshalb sich Killian fünf Tage lang auf seinen Text einstimmte.
Revanchieren wollte sich der Euroleague-Neuling für die Gastfreundschaft dann aber nicht. Die derzeit nach Sarajevo ausgelagerten Profis um Ex-Madrid-Star Dzanan Musa lieferten den Münchnern eine Demonstration, wohin es mit Basketball in Dubai bald gehen soll: Nach oben. 74:87 (42:37) fertigten die Gäste die Bayern vor überschaubaren 8700 Zuschauern in deren heimischen Garden ab.
Und man merkt, dass die Bayern sich in diesen Tagen schwer tun, auf die Betriebstemperatur zu kommen, mit der man früher im Jahr noch rauschende Feste gegen Panathinaikos Athen, Maccabi Tel Aviv oder Real Madrid gefeiert hatte. Seinerzeit war Kratzen und Beißen guter Ton. Am Donnerstagabend kämpften die Bayern, doch es fehlte die ganz große Intensität jener Tage, in denen man mit Trainer Svetislav Pesic die Träume von den Playoffs noch einmal wiederbelebt hatte.
Womit sich bei den Bayern die Gewichte bald verlagern dürften. Sechs Spiele stehen in der Euroleague noch aus – sie dürften nun eher zum Warmlaufen für die BBL-Playoffs werden. Gleich zwei davon stehen kommende Woche an. Am Dienstag in Kaunas, und zwei Tage später zum vorletzten Mal im Garden – dann kommt der Bald-Ex-Euroleague-Club ASVEL Villeurbanne nach München.RP