IN KÜRZE

von Redaktion

Becker-Kritik verärgert Tennis-Bund

München – Boris Becker redete sich in Rage. „Es gab Zeiten, da haben Spieler in diesem Alter Grand Slams gewonnen, jetzt freuen wir uns, wenn ein 19-, 20-Jähriger in die Nähe der ersten 100 kommt“, sagte das deutsche Tennisidol und ließ eine rhetorische Frage folgen: „Haben sich auch unsere Ansprüche verlagert?“ Einmal in Fahrt zweifelte der 58-Jährige auch noch die sportliche Führung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) an – und sorgte damit für Aufsehen.

Eine düstere Gegenwart und unrealistische Zukunftserwartungen: Im Podcast „Becker Petkovic“, in dem auch Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner kritische Töne anschlug, wählte der sechsmalige Grand-Slam-Champion deutliche Worte zur Beschreibung des deutschen Tennis – und rief mit seiner recht undifferenzierten Kritik im Verband zumindest teilweise Verwunderung hervor.

„Ich finde es bedauerlich, dass ein Gesprächsangebot des DTB im Vorfeld des Podcasts nicht genutzt worden ist und dass keiner der aktuell verantwortlichen Bundestrainer in die Diskussion eingebunden wurde, sondern stattdessen auf eine suboptimale Informationsbasis zurückgegriffen wurde“, sagte DTB-Sportvorstand Veronika Rücker. Becker hatte ausgehend von der aktuellen Dürre im Spitzenbereich hinter Alexander Zverev zu einer Generalkritik ausgeholt und dabei auch die Expertise von Rücker infrage gestellt. An der Verbandsspitze brauche es „Menschen, die wirklich den Stallgeruch haben, die wissen, wie international trainiert wird“, forderte er.

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