Kunstschüsse mit alten Schuhen

von Redaktion

Die besten Momente aus der langen Derby-Geschichte zwischen Köln und Mönchengladbach

Hennes Weisweiler trainierte beide Clubs. © dpa/Hans Hemann

Das Derby war der erste Schritt zum Ruhm: Lukas Podolski 2004. © dpa/Vennenbernd

Köln – Am Samstag steht in der Bundesliga zum 100. Mal das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach an. Erinnerung an besondere Duelle.

11. März 2020: Das erste Geister-Derby

Mönchengladbach – Köln 2:1. Im Frühjahr 2020 breitet sich das Coronavirus aus, und plötzlich ist auch der Fußball betroffen: Erstmals in der Geschichte der Bundesliga findet ein Geisterspiel statt. Was keiner ahnt: Es ist das erste von vielen. Nach dem Sieg feiert das Borussia-Team aus sicherer Entfernung mit etwa 400 vor dem Stadion wartenden Fans.

19. November 2016: Das Last-Minute-Tor des Jahres

Mönchengladbach – Köln 1:2. Es läuft die Nachspielzeit, als der FC einen Freistoß erhält – 34 Meter vom Tor entfernt. Marcel Risse hält einfach mal drauf und trifft spektakulär. Der Kunstschuss wird später zum Tor des Jahres gewählt.

10. April 2011: Ter Stegens Debüt

Mönchengladbach – Köln 5:1. Gladbach steckt tief im Abstiegskampf, als der neue Trainer Lucien Favre dem Torhüter-Talent Marc-André ter Stegen (18) zum Profidebüt verhilft. Gladbach fertigt den FC mit 5:1 ab, schafft später tatsächlich den Klassenerhalt – und verkauft ter Stegen 2014 an den FC Barcelona.

31. Januar 2004: „Prinz Poldi“ ist geboren

Köln – Mönchengladbach 1:0. Ein 18-Jähriger namens Lukas Podolski, der wenige Wochen zuvor noch mit Kölns A-Jugend gegen Gladbach spielte (und traf), entscheidet mit einem satten Linksschuss das Derby. Der Express erfindet am nächsten Tag den Spitznamen „Prinz Poldi“.

5. Februar 2002: Alte Schuhe treffen gut

Mönchengladbach – Köln 4:0. Gladbachs Torjäger Arie van Lent versteigert 2001 seine Schuhe, 855 Mark gehen an asthmakranke Kinder. Doch dann trifft der Niederländer 103 Tage lang am Bökelberg nicht mehr. Vor dem Derby bekommt van Lent ein Paket. Darin: seine alten Schuhe – und die Bitte, diese gegen Köln zu tragen. Gesagt, getan: Am nächsten Tag erzielt van Lent den bis heute schnellsten Derby-Hattrick.

31. Januar 1998: Polster trifft mit dem Popo

Köln – Mönchengladbach 3:2. Toni Polster trifft kurz vor Schluss mit seinem Hinterteil zum Derbysieg. Doch es hilft nichts: Wenige Monate später steigt der FC erstmals aus der Bundesliga ab, Gladbach rettet sich knapp. In der folgenden Saison trägt Polster das Borussia-Trikot.

1. Oktober 1977: Kölns Meisterstück

Mönchengladbach – Köln 2:5. Für FC-Trainer Hennes Weisweiler wird die Rückkehr an „seinen“ Bökelberg denkwürdig: Zum ersten und bis heute einzigen Mal erzielt Köln in der Bundesliga fünf Tore beim Rivalen. Was der Sieg wert ist, zeigt sich am Saisonende: Köln wird Meister – punktgleich vor Titelverteidiger Mönchengladbach.

29. November 1969: Gladbach ganz oben

Köln – Mönchengladbach 0:1. Ulrik le Fevre erzielt in der 88. Minute das nach eigenen Angaben wichtigste Tor seiner Karriere: Gladbach übernimmt die Tabellenführung, gibt diese nicht mehr ab und ist erstmals Meister.

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