Ärzte bremsen Musiala

von Redaktion

Fehlt gegen Union: FCB-Star muss sich nach Sehnenschmerzen gedulden

Jamal Musiala kann seit dem Champions-League-Spiel in Bergamo wegen Sprunggelenksproblemen nur individuell trainieren – die Belastungssteuerung hat Vorrang. © Woitas/dpa

München – Fahrrad statt Fußball. Jamal Musiala kann derzeit nicht am Mannschaftstraining des FC Bayern teilnehmen. Stattdessen sieht man den Offensiv-Star seit Tagen nur auf dem Ergometer im Leistungszentrum an der Säbener Straße radeln. Der Grund: eine Schmerzreaktion am im Sommer verletzten, linken Sprunggelenk.

Wie unsere Zeitung erfuhr, handelt es sich konkret um Sehnenschmerzen. Diese wurden bei seiner schweren Verletzung inklusive Wadenbeinbruch während der Club-WM stark in Mitleidenschaft gezogen. Sehnen sind ein langsam adaptierendes System, sie benötigen in der Heilung meist länger als Muskeln.

Die Ärzte des FC Bayern sagten ihm diese Wehwehchen bereits vor Wochen voraus, eine absehbare Folge der gesteigerten Belastung auf dem Weg zurück zu 100 Prozent. Dennoch wächst bei Musiala die Ungeduld. Kein Wunder nach der monatelangen Pause zuvor. Die aktuelle Phase ist allerdings die letzte Möglichkeit, sich vor der titelentscheidenden Saisonphase und der Weltmeisterschaft im Sommer vollständig auszukurieren. Deshalb war es auch logisch, dass Musiala nicht bei den beiden Länderspielen in der Schweiz (27. März) und gegen Ghana (30. März) im Kader der deutschen Nationalmannschaft steht.

„Vincent Kompany und ich haben dasselbe Interesse: Dass der Spieler erst mal bei Bayern München fit und gesund wird, dass er viele Spiele macht Richtung WM, um dann überhaupt für uns bei der WM infrage zu kommen“, erklärte Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Auch aus Sicht von Didi Hamann. „Man würde ihm keinen Gefallen tun, wenn man ihn jetzt einladen würde“, schreibt der Experte in seiner Sky-Kolumne. Der Ex-Bayern- und Liverpool-Profi sieht sogar die Teilnahme beim Mega-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko in Gefahr: „Ob es dann reichen wird, ihn zur WM mitzunehmen, muss man sehen. Stand heute glaube ich, dass es schwer wird.“

Die Weltmeisterschaft sei momentan „weit entfernt“, meint Hamann. „Das Wichtigste ist momentan, dass er gesund wird und wieder das Vertrauen in seinen Fuß hat“, so der 52-Jährige und stellt klar: „In den nächsten zwei Monaten muss viel passieren, es darf nichts mehr schiefgehen. Der Fuß muss okay sein und die Leistungen müssen stimmen. Dann kannst du überlegen, ob du ihn mitnimmst.“

Musiala gibt jedenfalls alles für seinen Traum, um mit Deutschland bei der WM und davor auch mit dem FC Bayern für Furore zu sorgen. Schon nach der schweren Verletzung ließ er sich in Absprache mit dem Rekordmeister von Spezialisten behandeln, wie angeblich auch von Dr. Alejandro Elorriaga, dem Vertrauensmann von Harry Kane.

Nach der Länderspielpause soll Musiala wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. „Er kommt im richtigen Moment wieder in die Gruppe. Es geht nicht nur um sein Sprunggelenk, es geht auch um seine Fitness. Er hat sich körperlich verbessert, er ist stabiler. Er strahlt Erwachsenheit aus“, erklärte Trainer Vincent Kompany am Freitag und betonte: „Ich hoffe, dass es bis zur WM immer besser wird. Ich mache mir keine Sorgen, es wird immer besser.“PHILIPP KESSLER, VINZENT TSCHIRPKE

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