München – Als auch diese Hoffnung für seine Bayern-Basketballer zerplatzt war, da sprach aus Svetislav Pesic ein bisschen der Frust. „Wir haben ein Team mit System gesehen“, sagte der Münchner Coach mit Blick auf sein eigenes Ensemble, „und eines mit unglaublichem Talent.“ Und letzteres, der BC Dubai, setzte sich ein wenig zu deutlich mit 87:74 durch.
Womit den Bayern einmal mehr nur die Erkenntnis blieb, wie steinig der, von den Clubverantwortlichen oft skizzierte Weg in Europas Spitze noch werden dürfte. Denn es ist kaum zu erwarten, dass die Münchner zeitnah wirtschaftlich zu den Titelanwärtern aufschließen werden.
Zumal auch beim Blick nach hinten Unheil droht. Im Eurocup steht das, mit großem Aufwand verstärkte Besiktas Istanbul schon im Halbfinale – der Sieger des zweitklassigen Wettbewerbs erhält einen Startplatz für die Königsklasse.
Doch kein Neuling kann so merkwürdig sein wie Bayern-Bezwinger Dubai. Sportlich ist Münchens Justus Hollatz zwar durchaus beeindruckt: „Sie spielen einen guten Basketball.“ Aber der BC ist das befürchtete Kunstprodukt, das komplett ohne arabischen Anteil auskommt, weil man die sportliche Heimat ja ohnehin in der Adria-Liga gefunden hat.
Von dort kommen sieben Dubai-Profis nebst Coach Jurica Golemac. Was dazu führt, dass der Club anders als die israelischen Vertreter Hapoel und Maccabi Tel Aviv in seinem Ausweichquartier Sarajevo – dorthin zog der BC Dubai wegen des Kriegs im Iran um – plötzlich eine frenetische Kulisse hinter sich hat. Vor allem der frühere NBA-Profi und einstige Real-Madrid-Star Dzanan Musa ist in Bosnien ein Volksheld.
Golemac sagte dennoch: „Wir hoffen, dass wir bald nach Hause zurückkehren können.“ Wo auch immer zu Hause ist.RP