„Daneben!“ Kovac fühlt sich gestalkt

von Redaktion

BVB-Coach klärt Besuch bei Ex-Verein Frankfurt auf

Falsche Schlüsse: Kovac staunt über Presseberichte. © dpa

Dortmund – Die Reaktion von Niko Kovac war irgendwo zwischen Amusement und Kopfschütteln angesiedelt. Natürlich war bei der Pressekonferenz von Borussia Dortmund vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV (Samstag, 18.30 Uhr/Sky) auch ein Besuch des Trainers in Frankfurt Thema, über den die „Lensing-Medien“ und „Sport1“ berichtet hatten. Das vermeintlich Brisante an dem Ausflug: Kovac traf in diesem Rahmen auch Markus Krösche, den Sportvorstand von Eintracht Frankfurt. Um diesen hatte es in der Vergangenheit Spekulationen gegeben, was einen mögliche Zukunft in Dortmund angeht.

Was in den entsprechenden Medienberichten selbstredend Erwähnung fand. Genauso allerdings auch der Umstand, dass das Treffen zwischen Kovac und Krösche offenbar eher zufällig zustande gekommen war. Denn den Angaben zufolge war der Dortmunder Coach lediglich mit Jan Martin Strasheim verabredet. Mit dem Direktor Kommunikation und Marke der Hessen sei Kovac seit seiner Zeit als Trainer bei der Eintracht (2016 bis 2018) befreundet. Krösche soll sich der Zusammenkunft, die vor der Feier zum 70. Geburtstag des früheren Frankfurter Präsidenten Peter Fischer stattgefunden haben soll, spontan angeschlossen haben.

Entsprechend verwundert kommentierte Kovac nun den Wirbel, der um seinen Aufenthalt am Main entstanden war. „Es ist schon ziemlich merkwürdig, wenn ich eingeladen werde vom Ehrenpräsidenten der SGE zum Geburtstag, dass ich gestalkt werde, dass ich verfolgt werde. Das ist mal das Erste“, hielt der Kroate mit einem Lächeln fest: „Das Zweite ist: Wenn ich mich mit Jan Strasheim treffe, ein Essen habe und by the way auch noch Krösche da ist, heißt das nicht, dass wir irgendetwas…“ Kovac ließ den Satz ins Leere laufen.

Jedenfalls wollte er offenkundig jenen den Wind aus den Segeln nehmen, die glaubten, er könnte mit Krösche auch über den BVB gesprochen haben. „Die Ableitung, die ihr da getroffen habt, ist total daneben gegangen“, unterstrich der 54-Jährige – und weiter: „Worüber wir gesprochen haben, ist total unwichtig. Aber mit Sicherheit nicht über das, was ihr denkt.“

Mit Sicherheit aber sprach Kovac auch noch über die sportliche Aktualität. Gegen den HSV geht es für die zweitplatzierten Westfalen darum, das beruhigende Polster auf die Verfolger zu verteidigen. Spielraum, taktisch oder personell herumzuprobieren, erkennt der Trainer trotz der komfortablen Ausgangslage in der Tabelle allerdings nicht. „Ich sehe kein bisschen Platz, um zu experimentieren, denn wir haben noch gar nichts erreicht“, bekräftigte er . Im April stehen Duelle mit drei Verfolgern an – mit Stuttgart (Platz 4), Leverkusen (Platz 6) und Hoffenheim (Platz 3).

Sportliche Versuchsballons wollte Kovac darum erst in der Vorbereitung auf die neue Saison steigen lassen. „Da werden wir das eine oder andere ausprobieren, aber jetzt gibt es keine Experimente – bis zum Schluss.“CHRISTIAN MÜLLER

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