Filip ist ein brutaler Kämpfer!

von Redaktion

Waldperlachs Jugendtrainer über Bayerns Rekord-Debütanten Pavic

2026: Pavic und Kompany. © Hoermann/Imago

2019: Wittmann mit seinem Schützling. © Privat

München – Am Mittwoch schrieb er Geschichte: Filip Pavic wurde mit seiner Einwechslung gegen Atalanta Bergamo der bisher jüngste Champions-League-Debütant des FC Bayern, gleichzeitig ist er der erste Spieler mit einem Geburtsjahr ab 2010, der überhaupt in der Königsklasse auflief. Damit sorgte das Talent europaweit für Aufsehen – doch einen hat diese Entwicklung nicht überrascht: Tobi Wittmann, Trainer beim SV Waldperlach, kennt den Innenverteidiger noch von ihrer gemeinsamen Zeit bei dem Müncher Verein.

Damals trainierte Wittmann die U9 von Waldperlach, Pavcic stieß zusammen mit Tarik Mujic (inzwischen ebenfalls beim FC Bayern) zur Mannschaft: „Tarik hat gesagt, dass er einen Kumpel hat, der extrem talentiert ist. Also haben wir beide zu unserer Fußballschule eingeladen“, erinnert sich Wittmann. „Man hat direkt erkannt, was Pavic für ein großes Talent ist. Er hat damals aber bereits in der U11 von Attaching gespielt, als er eigentlich noch in der U9 hätte auflaufen können. Vielleicht ist er deshalb nicht in den Scoutingtools von Bayern oder Sechzig aufgeploppt.“

In der Folge kickten Mujic und Pavic also gemeinsam – und Wittmann trainierte zwei Talente, die inzwischen bei den Bayern spielen. „Filip hätte aber auch zu Sechzig oder Haching gehen können“, sagt Wittmann über den damaligen Abschied. „Er hat mit seiner Qualität einfach herausgestochen, das haben alle gemerkt.“

Doch was zeichnet Pavic konkret aus? „Er ist ein brutaler Kämpfer, dazu sehr demütig und bescheiden“, erklärt der Coach. „Und in seinem Jahrgang war er schon damals der schnellste Spieler.“ Auch beim FC Bayern schätzt man diese Attribute an Pavic. Zwar war auch der Zeitpunkt für sein Debüt glücklich, da mit Cassiano Kiala aktuell ein anderes Defensivtalent ausfällt. Trotzdem beweist sein Einsatz in der Champions League, dass Kompany Pavic vertraut – und der 16-Jährige, der in dieser Saison häufiger bei den Profis mittrainiert hat, seine Chance in den Einheiten genutzt hat. Intern traut man ihm daher zu, sich langfristig bei den Profis zu etablieren, will aber keinen Druck aufbauen – wohlwissend, dass der weitere Karriereverlauf von vielen Faktoren abhängt.

Tobi Wittmann glaubt jedenfalls daran, dass seine Entwicklung weiter nach oben geht. „Wer in diesem Alter schon bei den Profis debütiert, hat das Zeug für noch viel mehr. Filip wird seinen Weg gehen.“ Nach der Partie gratulierte er Pavics Mutter zu den ersten Profiminuten – womöglich kommen bald noch viel mehr dazu.V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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