Krallt Euch die Zebras, Löwen!

von Redaktion

Vor dem Hinspiel hatte Duisburg doppelt so viele Punkte – nun könnte 1860 vorbeiziehen

Zupacken, Löwen! Das Hinspiel gegen den damaligen Tabellenführer gewannen Siemen Voet & Co. mit 3:1. © Eibner / Imago

München – Klassiker. Traditionsduell. Und diesmal ein Verfolgerduell mit Endspiel-Charakter. Die Bundesliga-Gründungsmitglieder MSV Duisburg und TSV 1860 sind sich schon in allen Profiligen begegnet – doch selten war die Spannung größer. Duisburg steht zwei Punkte vor den Löwen, hielt sich als Aufsteiger lange in der Spitzengruppe, ist zuletzt aber aus der Top-3-Zone gerutscht. Das 1:5 in Rostock hat Spuren hinterlassen. 1860 dagegen reist mit Rückenwind an: seit sechs Spielen ungeschlagen, das Prunkstück ist die Defensive mit nur zwei Gegentoren seit Anfang Februar. Erfolgshungrig wie eh und je wittert Trainer Markus Kauczinski eine Chance, sich einen direkten Konkurrenten zu krallen. Die Gelegenheit ist da.

Das Hinspiel macht Mut. Am 19. Oktober, in Kauczinskis erstem Spiel als 1860-Coach, machten die Giesinger kurzen Prozess mit dem damals als Tabellenführer angereisten MSV. Zweimal Haugen, einmal Jacobsen – der zwischenzeitliche Ausgleich durch Bitter hielt nicht lange. Es war der Beginn eines Aufschwungs unter dem Glöckner-Nachfolger. Gegen jeden Drittligisten hat Kauczinski inzwischen einmal gespielt, seine Bilanz: elf Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen. Schnitt: 1,95 Punkte – aufstiegswürdig! Zum Vergleich: Duisburg kommt in diesem Zeitraum auf sieben Siege, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen.

Die Vorfreude ist spürbar – die Chance riesig. Vor dem Hinspiel hatte Duisburg noch doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie die Löwen (24). Nun könnte die Kauczinski-Elf mit einem Sieg vorbeiziehen. Der MSV steht aktuell bei 51 Zählern. „Ja, es kribbelt. Jetzt sind wir im Tunnel“, sagte Kauczinski bei der Pressekonferenz am Freitag. Viel mehr als das Hier und Jetzt lässt er nicht zu: „Der Fokus liegt nur auf Duisburg. Wir sind in einer entscheidenden Phase.“

Davon zeugen auch die prominenten Gäste, die sich zwei Tage vor dem Spiel unter die Pressevertreter mischten: Präsident Gernot Mang und Geschäftsführer Manfred Paula. Beide hörten aufmerksam zu, was der Trainer über den Gegner sagte: „Duisburg hat eine gute Mannschaft. Sie sind beweglich, schnell und haben Power.“ Kauczinski sieht trotzdem eine Siegchance: „Wir müssen kompakt verteidigen und dürfen keinen Raum geben. Wenn wir unseren besten Tag erwischen, können wir dort etwas holen.“ Details zur Aufstellung verriet er nicht, aber das Vertrauen ist auch so da: „Ich sehe ein Team, das Gas gibt, zusammensteht und weitermarschieren will.“

Auch auf die Löwen-Fans ist wieder Verlass. Trotz der ungünstigen Anstoßzeit werden erneut mehr als 1600 Anhänger mit in den Westen reisen – den hohen Spritpreisen und den Tücken der Bahn zum Trotz. Kauczinski weiß, wie wichtig dieser Rückhalt ist: „So ein Support pusht uns extrem – gerade, wenn es mal nicht läuft.“

Auch, weil das Ergebnis vom Sonntag nachwirkt. Die Liga pausiert, erst am Karsamstag geht es weiter (Heimspiel gegen Mannheim) – zuvor steht im Totopokal-Halbfinale die Revanche mit Dauer-Peiniger Regensburg an. Für die Köpfe wäre es wichtig, den Lauf fortzusetzen. Frei nach Präsident Mang: Warum nicht alle ausstehenden Spiele gewinnen? Neun in der Liga – und im Idealfall zwei im Pokal.ULI KELLNER

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