ZUM TAGE

Liebe statt Hiebe – so läuft‘s in Freiburg

von Redaktion

Der Sport-Club erobert Europa

Alles war eins in diesem Moment. Fans und Spieler: verschmolzen zu einem glückseligen Kollektiv. „Alle auf den Zaun“, skandierte die Kurve, und die Freiburger Fußballer, berührt vom Vibrato eines tollen Fußballabends, folgten gerne, nach und nach verschwanden sie im rot-weißen Freudentaumel.

5:1 gegen Genk – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte hat der SC Freiburg das Viertelfinale in der Europa League erreicht, dem zweithöchsten Wettbewerb im europäischen Clubfußball. Ein bemerkenswerter Erfolg. Und abermaliger Ausdruck der großartigen Arbeit, die in Freiburg geleistet wird, auf nahezu allen Ebenen, seit vielen Jahren.

Doch der Grat, auf dem dieser Club wandelt, ist schmal. Die Ansprüche sind gestiegen, intern und extern. Die Bundesliga darf von einem Verein, der sich dreimal in den zurückliegenden vier Jahren für die Europa League qualifiziert hat, durchaus Fortschritte erwarten. Zweimal waren die Freiburger im Achtelfinale ausgeschieden, das war in Ordnung. Doch der Wettbewerb hat sich verändert, es gibt seit der Modusänderung nicht mehr die „Absteiger“ aus der Champions League, die in der K.o.-Phase alles dominieren. Der Traum vom Finale in Istanbul ist keine Utopie für den SC.

Ein Weiterkommen im Viertelfinale gegen Celta Vigo wäre ein Ausrufezeichen – auch im Namen des deutschen Fußballs, der in den drei europäischen Wettbewerben je einen Vertreter dabeihat: Neben den Freiburgern in der Europa League den FC Bayern in der Champions League und die Mainzer in der Conference League. Um den zusätzlichen, fünften Startplatz in der Champions League geht es dabei eher nicht mehr. Da hat die Bundesliga so gut wie keine Chance mehr.

Ist das schlimm? Nein. Der Reiz der Königsklasse verfliegt schnell, wenn man unter die Räder gerät, wie zum Beispiel Eintracht Frankfurt in dieser Saison. Und für die Markenentwicklung der Bundesliga ist es besonders wertvoll, wenn die Fans in Europa auch mal an Freiburg und an Mainz denken, wenn sie an den deutschen Fußball denken, nicht nur an Bayern, Dortmund, Frankfurt oder Leverkusen.

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