Verrückt nach den Bayern

von Redaktion

Einige Fans können nicht ohne ihren Club – darunter eine Ehepaar aus Berlin

Detlef Sünkel und Frank Ribery. © privat

Ryan Gibson mit FCB-Glasauge. © privat

Dennis Jesionek besitzt 78 Müller-Trikots – und es werden immer mehr.

Hochzeit im „feinen“ Bayern-Zwirn: Stephanie Weiß und Frank Schmidt mit Blumenmädchen Maya. © privat

Sie wohnen in rot und weiß, fahren durch die ganze Welt, sammeln Trikots, jagen Autogramme, planen ihre Freizeit nach dem Spielplan – und bei manchen geht die Liebe zum Club sogar unter die Haut: Der FC Bayern hat viele verrückte Fans. Vorhang auf für die Anhänger, deren Verbindung zum FC Bayern einzigartig ist!

■ Bayern der einzige Hochzeitsgast

An diesem Wochenende sind Stephanie Weiß und Frank Schmidt mal wieder in München, endlich. Und ein Ausflug zum FC Bayern startet für die beiden gebürtigen Berliner immer gleich. „Erst mal am Flughafen ein leckeres Bierchen und einen Schweinebraten“, das schmeckt halt hier besser als daheim. Und es ist gute Tradition für das Ehepaar, das gerne ausspricht, was es selbst weiß: „Wir sind zwei Bayern-Bekloppte.“

Wie bekloppt sie wirklich sind, haben Frank und Stephi festgestellt, als sie beim gemeinsamen Traugespräch saßen. Nur für sich wollte das Paar exakt sieben Jahre nach dem Tag seines Kennenlernens am 10. September 2025 heiraten, aber am Ende war doch noch jemand da. Stephi lacht, als sie sagt: „Der FC Bayern ist der Einzige, der es auf die Gästeliste für unsere Hochzeit geschafft hat. Das muss man sich mal geben!“ Wer die Hochzeitsfoto aus dem vergangenen Spätsommer anschauen darf, weiß, was sie meint. Denn der feine Zwirn, den die beiden trugen, war weder ein Brautkleid noch ein Anzug – es waren Trikots. Rote Hosen dazu, den passenden Brautstrauß, fertig.

„An jedem Tag ihrer Beziehung“, sagt Frank, „hat der FC Bayern eine Rolle gespielt“ – und wird es auch in der Ehe weiterhin tun. Dabei sind sie vollkommen unabhängig voneinander Fans geworden. Von Stephi gibt es schon aus dem Kinderzimmer in Ost-Berlin Fotos im legendären Commodore-Trikot, Frank hat im Westen mit den Roten gefiebert. Über Union und die Bayern sagen sie: „München ist rot und Berlin ist es auch.“ Und was sie an diesem Wochenende tragen werden? Nun ja: ihr Hochzeits-Outfit.

■ Bald knackt Jesionek die 80-Trikot-Marke

Es gibt Fans vom FC Bayern und von Thomas Müller – und dann es gibt Dennis Jesionek. Der Bremerhavener ist wohl der verrückteste Anhänger des Ur-Bayers. Unglaubliche 78 Müller-Trikots nennt Jesionek sein Eigen. Angefangen hat die Leiberl-Sammlerei vor gut 14 Jahren. Damals stürmen die Bayern im rot-goldenen Heimtrikot bis ins Finale dahoam – es wird Jesinoeks erstes Müller-Trikot. „Er hat mich mit seiner Art und Weise, wie er Tore bejubelt, einfach gepackt“, schwärmte Jesionek. Dass sein Idol nun in Vancouver spielt, hilft seinem Kleiderschrank nicht wirklich. Jesionek kauft weiter Bayern-Trikots – nun eben mit Sonderflock: „Die Nummer 25 – die bleibt!“

■ Eine Ribéry-Liebe, die unter die Haut geht

Wenn selbst ein Franck Ribéry sprachlos ist, dann muss schon etwas Außergewöhnliches geschehen sein. Und das war die Aktion des Filou-Fanatikers Detlef Sünkel im Jahr 2013 allemal. Denn: Der Mittfünfziger nahm den Triple-Sieg vor knapp 13 Jahren zum Anlass, um sich einfach mal die Trikot-Rückseite seines Idols auf den Rücken zu tätowieren – inklusive Nummer, Spielername und Club-Schriftzug. Diese Fanliebe geht im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut.

Doch dabei blieb es nicht: Unsere Zeitung machte die Bayern-Legende auf Sünkels verrückte Aktion aufmerksam, worauf der ehemalige Rechtsaußen das aufwendig bemalte Kreuz mit seinem Autogramm veredelte – das sich Sünkel selbstverständlich ebenfalls nachstechen ließ. Jahre später erweiterte er das Kunstwerk noch um Ribérys Geburtsdatum.

„Das ist mein persönliches Geschenk an Franck. Nicht an den Fußballer, das Idol oder den Star, sondern an den guten Freund Ribéry“, sagte Sünkel unserer Zeitung. Und zwar so bewegend, dass Sünkels Sohn den herrlichen Namen Jonah Ribery trägt. „Wir sind verrückt“, gab er ohne Umschweife zu. Verrückt nach Franck!

■ Bayern fest im Blick

Ryan Gibson verlor sein Auge 2016 an den Krebs. Weil er auf die Krankheit aufmerksam machen wollte und selbst ernannter „Bayern-Superfan“ ist, entschied er sich aber für ein FCB-Logo auf seinem Glasauge anstatt einer nachgestellten Pupille.

Damit wurde Ryan zu einem der bekanntesten Bayernfans weltweit – und bekam sogar Lob von höchster Stelle: „Uli Hoeneß hat toll reagiert“, erklärt Ryan. „Er sagte mir: Das bayerische Blut fließt durch dich, junger Mann. Ich fühle mich geehrt, dass du zu unserer Familie gehörst.“HLR, VT, JO, LOP

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