Weiter Eishockey oder Strand

von Redaktion

EHC München bereitet sich auf die Playoffs vor – der Schwester-Club erlebte ihre Tücken

Auf die Playoffs: Der EHC München stimmte sich im Training und bei einem „Mindset-Meeting“ ein. Am Dienstag steht das erste Viertelfinal-Heimspiel gegen Ingolstadt an. © Red Bull/City-Press

München – Das Undenkbare ist passiert und für die Red Bulls ist die Eishockeysaison zu Ende. Ohne dass sie ein Playoff-Spiel gewonnen hätten. Gesweept wurden sie in der ersten Runde, sie verloren alle vier Spiele. Aber Entwarnung: Es betraf die anderen, die österreichischen. Der EC Red Bull Salzburg wurde vom im Südtiroler Bruneck beheimateten HC Pustertal (mit dem Ex-Münchner Jonathon Blum) aus dem Viertelfinale geworfen. Jedoch ist es auch eine Warnung für die Unwägbarkeiten des Formats. „Die anderen haben 110 Prozent gegeben, wir waren nicht bei 100, jedes Spiel endete mit einem Tor Unterschied“, sagt Christian Winkler, der im Konzern für beide Standorte zuständig ist. „Wenn du nicht auf den Punkt bereit bist, findest du dich in eineinhalb Wochen am Strand wieder“, meint Patrick Hager, der Kapitän des EHC Red Bull München. Mit 38 erlebt er seine 14. Playoffs.

Ab Dienstag geht es für den EHC München gegen den ERC Ingolstadt. Man befindet sich in der Vorbereitung. Deren Ablauf: Am Freitag hatte die Mannschaft ein „Mindset-Meeting“, so ihr Trainer Oliver David. Mentale Einstimmung. Der Samstag ist frei, am Sonntag und Montag haben die Co-Trainer das Wort: Rob Leask bereitet „einen Deep Dive zu Ingolstadt“ vor, per Video wird eingetaucht in die Wesensart des Kontrahenten. Max Kaltenhauser wird das Unterzahlspiel vorbereiten. Zwar ist das Selbstvertrauen der Truppe nach sechs Siegen in den acht nacholympischen DEL-Partien intakt, doch man muss schon auch schauen, was der Gegner zu bieten hat. Oliver David verweist auf eine Zahl: 3,8. So viele Tore erzielte Ingolstadt im Schnitt, der Topwert der Liga. „Sie sind großartig im Umschalten, sehr schnell – und sie haben den besten Scorer der DEL“, so Oliver David. Riley Barber heißt der treffsichere Stürmer, von der Liga wurde der Amerikaner gerade als herausragende Offensivkraft der Saison ausgezeichnet. Allerdings: Zuletzt hatte der ERCI vor allem in der Defensive zu kämpfen, es wirkt, als sei dem Team von Mark French die Form abhanden gekommen.

Der Trend spricht eher für München, das nach zwei enttäuschenden Jahren zwar als Vierter nicht die angestrebte Topplatzierung erreichte, aber mal wieder eine 100-Punkte-Saison spielte. Zudem geht man mit ziemlich vollem Kader in die entscheidende Jahreszeit. Verletzt fehlen Maxi Daubner, der kürzlich einen Puck ins Gesicht bekam, und Torhüter Mathias Niederberger, der aber in der Reha „schon wieder seine Sachen durchschwitzt“(Oliver David). Veit Oswald lief am Freitag noch im roten Trikot des körperlich nicht zu attackierenden Spielers auf, aber seine Bewegungen sahen gut aus.

Der EHC wirkt eingespielt, manche Variante hat sich zum Ende der Hauptrunde ergeben. Wie die Abwehrpaarung Ville Pokka – Alberts Smits. Der routinierte Finne ist zum Vorort-Vater des 18-jährigen Letten geworden, fährt ihn zum Training und nach Hause, gesprochen wird Finnisch. Für David eine Konstellation, die Smits „zehnmal schneller besser macht“. Auch wenn das übertrieben ist, kann es nicht schaden vor den Playoffs, für die ansonsten gilt, was Patrick Hager sagt: „Wer es am besten schafft, sein normales Hockey zu spielen und Druck und Geräusche nicht an sich ranzulassen, gewinnt.“GÜNTER KLEIN

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