Darf er bleiben? Lukas Kwasniok muss als Trainer des 1. FC Köln um seinen Job bangen. © IMAGO/Laci Perenyi
… aber Heidenheim zeigte Moral und kämpfte sich zurück. Marvin Pieringer traft zum 3:3. © Langer/DPA
Die Vorentscheidung? Patrik Schick köpft hier das 2:0 für Bayer Leverkusen … © Langer/DPA
„Denn wenn et Trömmelche jeit“: Eric Martel erlöste die Köln-Fans und rettete den Punkt. © Simon/Imago
Ein turbulenter Spieltag. Der 1. FC Heidenheim erkämpft sich nach 0:2 und 1:3 noch den Punkt gegen Bayer Leverkusen. Und das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach startet rasant. Drei Treffer in den ersten sieben Minuten, und am Ende steht auch hier ein 3:3 auf der Anzeigetafel. Wir erzählen die Geschichten hinter den Spielen.
Ein Derby mit Folgen?
Am Morgen nach dem vielleicht entscheidenden Rückschlag gab sich Lukas Kwasniok schon wieder betont gelassen. Er scherzte, schrieb Autogramme und versicherte den wartenden Fans, dass am Sonntag am Geißbockheim ja gar nicht mehr viel passieren werde. Dann brauste der Noch-Trainer des 1. FC Köln in seinem Dienstwagen davon. Ein letztes Mal?
Rund 20 Minuten hatte Kwasnioks Besuch an der Geschäftsstelle laut Kölner Medien nur gedauert. Was dort besprochen wurde, blieb zunächst offen. Das geplante Training wurde abgesagt. Ein „ergebnisoffenes“ Gespräch am Sonntag sollte Klarheit bringen, hatte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler nach dem wilden 3:3 (2:2) im 100. Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach noch betont, nachdem er ein klares Bekenntnis zu Kwasniok schuldig geblieben war.
„Wir müssen das jetzt sachlich und rational analysieren. Wir haben heute eine große Enttäuschung, weil wir nur einen Punkt geholt haben. Die Erwartung war klar drei Punkte“, sagte Kessler bei Sky, der aber erst einmal „ganz in Ruhe eine Nacht drüber schlafen“ wollte.
Der bisherige Co-Trainer René Wagner gilt laut Medienberichten als Favorit auf die Nachfolge. Zu Friedhelm Funkel soll es dem Express zufolge bis Sonntagvormittag keinen Kontakt gegeben haben.
Ein Mutmacher im Keller
Die Ehrenrunde genossen Doppeltorschütze Marvin Pieringer und seine Teamkollegen vom 1. FC Heidenheim – trotz des 14. sieglosen Spiels nacheinander in der Fußball-Bundesliga und dem immer näher rückenden Abstieg. Trainer Frank Schmidt nannte das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit beim 3:3 gegen Bayer Leverkusen einen „Mutmacher“ vor der Länderspiel-Pause, Kapitän Patrick Mainka sprach von einem Punkt „für die Stimmung und die Moral“.
Mit gerade einmal 15 Punkten liegt der FCH weiter abgeschlagen auf dem letzten Platz. „Auch nach dem Unentschieden heute haben wir erst drei Siege geholt und es sind nur noch sieben Spiele“, schätzt Schmidt die Situation realistisch ein.
Im Stadion wurde Abwehrchef Mainka als Torschütze des Anschlusstreffers genannt. Doch der Dauerbrenner bestätigte selbst, dass er an der Flanke von Hennes Behrens nicht mehr dran war. „Ich habe auch auf die Anzeigetafel geschaut und dann war für mich klar, dass Patrick noch dran war, aber das war mir in der Situation dann auch egal“, sagte Behrens, dem das Tor dann doch zugeschrieben wurde.
Behrens‘ Premierentreffer war nur eine von mehreren Geschichten dieses Spiels. Seit Samstag hat der FCH einen neuen Bundesliga-Rekordtorschützen: Der in dieser Saison oftmals glücklose Marvin Pieringer löste in einer wilden Schlussphase mit seinen beiden Toren zum zwischenzeitlichen 2:2 und später zum 3:3-Endstand Nationalspieler Tim Kleindienst ab. Pieringer steht jetzt mit 14 Toren alleine an der vereinsinternen Spitze. „Bei mir hat es ein bisschen länger gedauert, aber das freut mich natürlich“, sagte der Angreifer.