Bremen – Nicht nur mit zwei Siegen, sondern auch mit einer offenen Zukunftsfrage im Gepäck trat Bundestrainer Alfred Gislason die Heimreise an. Nach dem erfolgreichen Lehrgang inklusive zwei Testspielsiegen gegen Ägypten rückt beim Deutschen Handballbund bereits die Zeit nach der Heim-WM 2027 in den Fokus. Das Arbeitspapier des Isländers läuft nach dem Turnier aus – der Vertragspoker beginnt jetzt.
„Ich hoffe, dass es noch weitergeht mit ihm. Ich bin ihm sehr dankbar für alles, was er mir ermöglicht hat. Er hat mich in sehr jungen Jahren dazugeholt und mir auch immer wieder Vertrauen geschenkt“, sagte Juri Knorr und traute sich als einer der wenigen Nationalspieler aus der Deckung.
Ausgerechnet Knorr. Denn der Spielmacher hatte noch bei der EM am lautesten Kritik geäußert.
Der Großteil seiner Teamkollegen wollte sich in der brisanten Trainerfrage nicht äußern. Er könne sich absolut vorstellen, weiter unter Gislason zu spielen, „aber das ist sicherlich nicht meine Entscheidung“, befand etwa Miro Schluroff. Renars Uscins sagte: „Da werde ich keine Antwort geben“.
Der DHB will definitiv noch vor der Heim-WM Klarheit schaffen. „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt“, hatte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes angekündigt und „spannende Monate“ prophezeit. Eine feste Frist nannte Meckes nicht.
Dass nicht jeder der Spieler oder der Führungsriege eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit hinaus wollen, ist bekannt – auch wenn das öffentlich niemand bestätigt. Eine klare Tendenz im Verband pro Gislason scheint es aktuell nicht zu geben. Der Bundestrainer dürfte sich ein paar Monate mit einer Position in der Warteschleife abfinden müssen.DPA