Außergewöhnliche Vita: Kölns neuer Hoffnungsträger René Wagner. © IMAGO / Hübner
Köln – An seine Zeit in Florida erinnert sich René Wagner noch genau. In Palm Beach, dort wo auch Tiger Woods lebt, arbeitete er als Jugendtrainer – zufällig spielte auch Woods‘ Sohn Charlie in seinem Team. „Das war ein bisschen verrückt“, sagt Wagner. „Der Sohn war gut, spielt aber wohl nur noch Golf.“
Vom Studenten zum potenziellen Retter des 1. FC Köln: Wagners Profikarriere platzte früh, er studierte auf Hawaii, sammelte Erfahrungen bei Inter Miami, bewarb sich in Paderborn auf einen Assistenzjob – und landete doch in der Bundesliga. Nun soll der 37-Jährige den Traditionsklub vor dem Absturz bewahren.
Am Montagnachmittag leitete der Nachfolger des entlassenen Lukas Kwasniok erstmals das Training, nach der Länderspielpause gegen Eintracht Frankfurt soll der erste Schritt aus der Gefahrenzone folgen. Wagner ist kein klassischer „Feuerwehrmann“. Zunächst war unklar, wie lange er die Chance erhält – ein weiterer Wechsel bleibt möglich.
Früher spielte er in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden und studierte Wirtschaft. Ein Stipendium führte ihn nach Hawaii, dann zurück in die Regionalliga, später nach Florida. Dort lernte er die Familie Woods kennen und traf den Nachwuchsleiter von Inter Miami, dem Klub von David Beckham und Lionel Messi. Über Paderborn, wo er als Performance-Analyst arbeitete, kam er schließlich mit Steffen Baumgart nach Köln.
„Ich liebe den Verein, die Stadt und bin froh, wieder hier zu sein“, sagt Wagner. Über Kessler landete er erneut als Kwasniok-Assistent beim FC. „Ich muss jetzt nicht Cheftrainer werden“, sagte er, „ich habe keinen Namen, keine Spielerkarriere. Ich kriege genau eine Chance.“ Vielleicht ist sie jetzt gekommen.SID