Bayerns 100-Millionen-Projekt

von Redaktion

Rekordmeister plant neuen Trainingsplatz und Profi-Trakt

Der neue Bau entsteht am Ende der auf dem Übersichtsbild helleren Trainingsplätze, nahe zu den Bäumen.

Freund, Dreesen & Co. bei der Analyse. © Ruiz

Erste Abdeckungen werden installiert. © Ruiz

Das FCB-Gelände: Die „Ancelotti“-Anlage wird für das 100-Millionen-Euro-Projekt abgerissen. © Ruiz

München – Christoph Freund gilt als loyal und verschwiegen. Und auch am vergangenen Samstag nach dem Spiel gegen Union Berlin wollte sich der Sportdirektor des FC Bayern von den anwesenden Journalisten nichts entlocken lassen.

„Es war Schönwetter. Dann haben wir die Sonne ein bisschen genossen und haben dem Phonzy ein bisschen beim Trainieren zugeschaut“, antwortete der Österreicher mit einem Schmunzeln auf die Frage, warum er tags zuvor während einer Reha-Einheit von Alphonso Davies (Oberschenkelzerrung) im Gespräch mit Trainer Vincent Kompany auf dem Trainingsplatz wild gestikulierte. „Wir haben über einige Sachen gesprochen, aber nix für die Öffentlichkeit.“

Sind etwa keine baulichen Maßnahmen an der Säbener Straße zu erwarten? „Nein, waren jetzt noch kein Thema“, betonte Freund.

Am Montagvormittag sah das allerdings komplett anders aus. Gemeinsam mit Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen begutachtete Freund das Trainingsgelände vom Hügel, über den ein öffentlicher Fußweg führt. Mit dabei: u. a. Greenkeeper Peter Sauer, Sebastian Faforke (Gebäudemanagement) und Jürgen Muth. Der Chef der Allianz Arena ist Bindeglied zu Architekten, Bauunternehmen und Dienstleistern. Auch am Bau des Campus des FC Bayern war er maßgeblich beteiligt.

Nun geht es nach unseren Informationen um einen neuen Trainingsplatz. Und zwar dort, wo der deutsche Rekordmeister auf Wunsch von Ex-Trainer Carlo Ancelotti eine Fitness-Rampe mit Geräte-Häuschen, Sand- und Rindenmulch-Parcours, Basketballkorb, Fußball-Tennis-Platz und Rasenheizung für rund eine Million Euro hat erbauen lassen. Über das Projekt war nach Ancelottis Aus jede Menge Gras gewachsen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Verwendet wurde die Fläche mit Ausnahme einer Reha-Einheit von Douglas Costa im März 2021 seitdem eigentlich nie.

Für den geplanten neuen Trainingsplatz soll ein alter demnächst weichen. Weil der Neubau eines Profi-Leistungszentrums offenbar bald beginnt.

„Ein neues Leistungszentrum ist ein zentraler Baustein, damit der FC Bayern weiterhin internationale Spieler von sich überzeugen und auf absolutem Top-Niveau konkurrenzfähig bleiben kann“, sagt Dreesen. Ursprünglich sollte der Umbau bereits im vergangenen Sommer angegangen werden und wurde vom Aufsichtsrat entsprechend abgesegnet – allerdings wurde das Vorhaben um ein Jahr verschoben. Gut möglich also, dass 2026 die Bagger rollen.

Drei Jahre lang würden die Bauarbeiten andauern, alleine 50.000 LKWs mit Schutt müssten hin- und hergefahren werden. Geschätzter Kostenpunkt: knapp 100 Millionen Euro. Ein Großteil der Investitionen soll in einen neuen Profi-Trakt fließen, mit dessen Gestaltung Ex-Teammanagerin Kathleen Krüger in ihrer neuen Funktion als „Senior Leading Expert Sport Strategy & Development“ beauftragt ist. Auch Freund ist in den Planungen mittendrin.P. KESSLER, H. RAIF, M. BONKE

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