München – Nach einem kurzen Katermontag sind die Löwen Dienstagnachmittag auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Die Aufarbeitung der Duisburg-Pleite sollte schnell abgeschlossen sein: stark begonnen – nach der Pause den Faden verloren. Der absolute Siegeswille, den die Zebras zum Schluss an den Tag legten, fehlte.
Viel Zeit zum Grübeln bleibt aber nicht, denn die nächste Aufgabe steht unmittelbar bevor – eine eminent wichtige. Totopokal, Halbfinale: Am Samstag (14 Uhr) geht es nach Regensburg. Das Ziel ist klar: Die Löwen wollen den Cup gewinnen, um sich endlich wieder für den DFB-Pokal zu qualifizieren.
Gemessen am Aufstiegsziel wäre der Pokalsieg zwar nur ein Trostpreis. Dennoch wollen Trainer und Team die Aufgabe seriös angehen. Als zusätzliche Motivation taugen frühere Rückschläge – vor allem die deftige 0:4-Niederlage vom 9. November. Die Folgen sind bis heute sichtbar: Philipp Maier ist seitdem Stammspieler, Florian Niederlechner nicht mehr. Zudem kam Lasse Faßmann damals zu seinen ersten Minuten als Drittligaprofi.
Die meisten Löwen hätten lieber in der Liga weitergemacht, den Duisburg-Schock auf diese Weise verarbeitet. Der fortgeschrittene Wettbewerb bringt es aber mit sich, dass keiner das Totopokal-Halbfinale auf die leichte Schulter nehmen dürfte. Kauczinski kündigte eine A-Mannschaft an. „Nur da, wo ich das Gefühl habe, dass es auf Augenhöhe ist“, werde er rotieren. „Wir werden keine Experimente machen und nicht komplett durchwechseln.“
Im Fokus stehen punktuelle Änderungen: Jesper Verlaat drängt auf sein Comeback und könnte Max Reinthaler ersetzen, dem bei der nächsten Gelben Karte in der Liga eine Sperre droht. Weitere Optionen sind Schifferl (für Faßmann), Schröter (für Danhof) sowie Dordan als Alternative zu Jacobsen, der nach der Länderspielpause gesperrt fehlt. Die Achse mit Dähne, Maier, Volland und Haugen dürfte bestehen bleiben. Zu große Eingriffe wären angesichts der Bedeutung der Partie kontraproduktiv.
Zuletzt war 1860 2022/23 im DFB-Pokal vertreten: Erstrunden-Aus gegen Dortmund (0:3). Der bislang einzige Totopokal-Sieg datiert aus dem Jahr 2020 (4:1 i. E. gegen Würzburg). Entsprechend groß ist der Hunger im Verein: „Wir wollen endlich wieder etwas in den Händen halten“, sagte Vizepräsident Christian Dierl.ULI KELLNER