Der Krieg bestimmt auch Klitschkos Leben. © DPA
Berlin – Wladimir Klitschko schlägt seine Jabs so gekonnt wie früher und tänzelt dabei leichtfüßig durch den Ring – wie ein Mann von 50 Jahren sieht er längst nicht aus. Das Sparring-Video, das Klitschko zu Jahresbeginn in den sozialen Medien postete, nährte mal wieder Gerüchte über eine spektakuläre Rückkehr der Box-Ikone. Doch daran ist überhaupt nicht zu denken. „Ich habe nur ein Comeback in meinem Kopf. Genauso wie jeder Ukrainer und Europäer: das Comeback der russischen Truppen zurück nach Russland. Es gibt kein anderes Comeback in meinem emotionalen Zustand“, sagte Klitschko zuletzt.
Seit nun vier Jahren bestimmt der russische Angriffskrieg in seiner ukrainischen Heimat Klitschkos Gedanken und sein Leben maßgeblich.
So sicher auch am Mittwoch, wenn er seinen 50. Geburtstag feiert. Unentwegt weist Klitschko seit Start der Invasion auf das Leid seiner Landsleute hin. Vor Ort in Kiew, wo sein Bruder Witali als Bürgermeister unmittelbar gegen die Invasoren kämpft, in TV-Studios oder auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz: „Trotzdem wird unser Wille dadurch nur stärker. Das kann auch 100 Jahre dauern. Wir werden nicht aufgeben“, sagte er.
Solange sich russische Soldaten in der Ukraine befinden, sind die Bilder des wieder boxenden „Dr. Steelhammer“ also wohl vor allem Zeugnis der gesunden Lebensweise eines Ex-Profisportlers.DPA