An mein Herz: Aicher gratulierte fair. © Trovati/dpa
Hafjell – Als ihr Zittersieg im nervenaufreibenden Zweikampf mit Emma Aicher feststand, musste Mikaela Shiffrin erst mal tief durchatmen – und nicht nur einmal. Vor dem abschließenden zweiten Durchgang des Riesenslaloms von Hafjell stand die die Skikönigin aus den USA am Abgrund. Am Ende brachte sie doch 87 Punkte Vorsprung ins Ziel.
„Cool, dass ich bis zum Ende mithalten konnte“, sagte Aicher mit einem Lächeln im ZDF. Shiffrin dagegen wirkte geschafft vom Duell mit der zweifachen Olympia-Zweiten. Sie legte ihren Kopf auf die Schulter ihres Verlobten Aleksander Aamodt Kilde, verdrückte ein paar Tränen und räumte ein, wie sehr ihr Aicher auf den letzten Metern zugesetzt hatte. „Es ist sehr emotional“, bekannte die beste Skirennläuferin der Gegenwart.
Tatsächlich hätte Aicher bei einem Sieg und einer „Nullnummer“ von Shiffrin die große Kugel noch bekommen, und nach dem ersten Lauf schien das gar nicht so abwegig: Aicher war Dritte, Shiffrin nur 17. und jenseits der Punkteränge. Am Ende zitterte sich die Amerikanerin auf Rang elf, Aicher fiel auf Rang zwölf zurück.
„Was Emma da im ersten Lauf gemacht hat, war phänomenal“, sagte Shiffrin, „ich dachte, sie kann das schaffen.“ Ein vielleicht letztes Mal aber kam Shiffrin noch davon, die dreimalige Olympiasiegerin konnte sich damit ihren großen Traum erfüllen: Mit dem sechsten Sieg im Gesamtweltcup zog sie mit Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll aus Österreich gleich.SID