München – Um die wildesten Rechenspiele war es bei den Basketballern des FC Bayern ja schon seit Mittwoch geschehen. Seit dem Sieg von Roter Stern Belgrad bei Baskonia Vitoria ist für die Münchner auch die letzte mathematische Chance auf ein Plätzchen in den Play-Ins der Euroleague dahin. So ein bisschen Saure-Gurken-Zeit herrscht beim Deutschen Meister freilich schon länger. In der Bundesliga ist man enteilt, in der Königsklasse hinterher. Das eingeschränkt niveauvolle Duell mit Schlusslicht ASVEL Villeurbanne passte da ganz gut ins Bild. Am Ende stand ein 93:83 (39:42) Immerhin mal wieder ein Sieg, der 14. dieser Saison. Zumindest ein Fall fürs Gemüt.
Gut zwei Monate lang hatten die Bayern nach der Übernahme durch Svetislav Pesic ihren Weg gefunden. Hinten unerbittliche Defensive, vorne wird´s notfalls Andi Obst irgendwie richten. Doch die Defensive hat ihren Biss verloren und auch der Welt- und Europameister ist seit der Verlängerung seines Vertrages irgendwie aus dem Teritt gekommen.
Womit die, immerhin noch 8896 Unentwegten ein Spiel zu sehen bekamen, bei dem auf der einen Seite (Villeurbanne) die Gedanken langsam aber sicher auf den beschlossenen Abschied aus der Euroleague stehen. Auf der anderen verschieben sich die Gewichte auf die BBL, den Wettbewerb, in dem es Ende Juni um die letzte verbliebene Trophäe geht.
Wenn die Bayern dorthin etwas mitnehmen, dann vielleicht, dass es auch Spieler gibt, denen das Stimmungsloch weniger zu schaffen macht. Justinian Jessup zum Beispiel, der den, lange am Sieg schnuppernden Franzosen satte 19 Punkte einschenkte. An ihm liegt es nicht, dass die Münchner auch ihr zweites Saisonziel krachend verfehlt haben.
Am Sonntag darf er das mal wieder in der BBL zeigen. Dann geht es für die Bayern zu den langsam aus der Abstiegszone gerobbten Hamburgern.RP