Von der Formel 1 genervt: Verstappen. © IMAGO
Suzuka – Max Verstappen hatte überhaupt keine Lust auf seinen ungebetenen Gast. „Eine Sekunde“, sagte der niederländische Formel-1-Star zu Beginn einer Medienrunde im japanischen Suzuka – und wandte sich direkt an einen der anwesenden Journalisten: „Ich sage nichts, bevor er gegangen ist.“
Giles Richards, ein Reporter des britischen Guardian, war der Auslöser für Verstappens Ärger. „Ich? Ernsthaft?“, antwortete dieser völlig überrascht: „Wegen der Frage, die ich dir in Abu Dhabi gestellt habe? Wegen Spanien?“ Mit seiner Vermutung lag Richards völlig richtig – und Verstappen wich keinen Millimeter von seiner Forderung ab: „Geh raus.“
Der Ursprung dieser persönlichen Fehde ist das letztjährige Saisonfinale. Damals hatte Richards Verstappen gefragt, ob dieser eine Aktion gegen Mercedes-Pilot George Russell beim Grand Prix in Barcelona bereue, die Monate zurücklag: Verstappen war verärgert in seinen Gegner gekracht und hatte eine Zehn-Sekunden-Strafe kassiert. Der viermalige Champion fiel von Platz fünf auf den zehnten Rang zurück, verlor neun wichtige Punkte – und am Ende der Saison fehlten mickrige zwei Zähler auf den neuen Weltmeister Lando Norris.
Schon in Abu Dhabi hatte Verstappen genervt auf die Frage des Guardian-Journalisten reagiert, nun erreichte der Konflikt die nächste Stufe. Und so passte der Eklat treffend in das sehr zwiespältige aktuelle Gesamtbild, das der einst so erfolgsverwöhnte Niederländer dieser Tage abgibt: Auf der Strecke produziert er keine positiven Schlagzeilen, wirkt stattdessen dauerhaft genervt. Anders als am Donnerstag in Suzuka geht es dabei aber meist um die neue Formel 1.
In der noch jungen Saison liegt Verstappen vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag (7.00 Uhr/Sky) lediglich auf Rang acht in der WM-Wertung. Immer wieder motzt der 28-Jährige über das neue Reglement, mit dem er noch gar nichts anfangen kann.
Trotz des ganzen Ärgers stand Verstappen in Suzuka noch Rede und Antwort – nachdem Richards den Raum verlassen hatte. Die Königsklasse „fühle sich ganz anders an als letztes Jahr“, sagte der frühere Seriensieger: „Das ist die Realität, in der wir uns derzeit befinden, und das muss man im Moment einfach akzeptieren.“
Er hoffe, sagte der Red-Bull-Star, „dass es für nächstes Jahr größere Änderungen geben wird“.SID