Wettlauf um die Stammplätze

von Redaktion

Zwei Tests, ein Ziel: Nagelsmanns Suche nach dem idealen WM-Team

Basel – Die Mission ist klar: Mit dem heutigen Testspiel gegen die Schweiz (20.45 Uhr/RTL) und der Partie gegen Ghana am Montag beginnt für den DFB die heiße Phase im WM-Endspurt. Und dieser soll mit Blick auf den Turnierbeginn in zweieinhalb Monaten unbedingt dafür genutzt werden, sich einzuspielen und eine Aufbruchsstimmung zu entfachen – um damit auch mögliche Mängel im Kader auszugleichen.

„Es ist ganz wichtig und absolut unser Ziel, dass wir zwei positive und gute Spiele hinlegen“, erklärte Kapitän Joshua Kimmich zuletzt und schob dabei auch das Rezept für ein erfolgreiches Turnier hinterher. Deutschland habe diesmal nämlich nicht die besten Einzelspieler, das sei aber nicht entscheidend: „Das ist eigentlich völlig egal. Am Ende zählt das, was wir auf dem Platz bringen. Es ist nicht wichtig, den besten Kader der Welt zu haben, sondern am Ende das beste Team der Welt zu haben.“

Besonders wichtig sei es daher, bereits jetzt „eine gewisse Achse einzuspielen“. Diese dürfte im Abwehrzentrum aus Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bestehen, Kapitän Kimmich und vorne aus den gesetzten Florian Wirtz, Kai Havertz und Nick Woltemade. Diese Herangehensweise bekräftigte auch Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Einspielen!“, antwortete der Bundestrainer kurz und knapp auf die Frage, ob er die zwei Partien als Möglichkeit zum Testen wahrnimmt – oder eben zum Einspielen einer Stammelf.

In dieser dürfte auch Serge Gnabry stehen, der sich zuletzt extrem formstark präsentierte und sich in Abwesenheit des verletzten Jamal Musialas beim FC Bayern in den Fokus spielte. Nun gilt er auch beim DFB als Führungsspieler. „Ganz wichtig ist die Perfomance auf dem Platz“, erklärte Gnabry dazu. „Meine Rolle als älterer Spieler ist es, die jungen Spieler mitzunehmen, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und ein Vorbild zu sein, was die Einstellung und tägliche Herangehensweise im Training betrifft.“

Gleichzeitig macht sich noch ein weiterer Profi Hoffnung auf Einsatzminuten, der Teil dieser angesprochenen jungen Wilden ist: Lennart Karl. Der 18-Jährige brennt auf sein DFB-Debüt und will sich unbedingt für ein mögliches WM-Ticket empfehlen. „Für so einen Jungen wäre das Turnier Wahnsinn. Deshalb will ich ihn gut aufnehmen, sodass er Teil des Teams wird“, sagte Gnabry über ihn. Und auch Joshua Kimmich ist vom Youngster angetan: „Er ist einer, der aufs Feld geht und sehr, sehr mutig ist. Das ist etwas, was ich als Mitspieler liebe: wenn junge Spieler kommen und sich etwas zutrauen. Deswegen glaube ich, dass er uns auch hier helfen kann.“

Am wichtigsten ist aber freilich der Eindruck, den Karl in den bisherigen Einheiten beim Bundestrainer hinterlassen hat. „Er hat sehr auffällig trainiert, fußballerisch war es sehr, sehr gut. Er hat sich viel zugetraut, es aber nicht übertrieben“, lobte Nagelsmann. Karl kann sich also berechtigte Hoffnungen auf einen Joker-Einsatz machen – es wäre die Krönung seiner märchenhaften letzten Monate.VINZENT TSCHIRPKE

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