Marco Reus im Duell mit Manuel Neuer. © imago
München – Wenn es jemanden gibt, den Manuel Neuer in der Bundesliga je fürchten musste, trägt er den Namen Marco Reus. Der Ex-Gladbacher und -Dortmunder traf tatsächlich sieben (!) Mal gegen den für viele andere unüberwindbaren Bayern-Keeper, der an diesem Freitag 40 Jahre alt wird. Zum runden Jubeltag spricht der 36-Jährige, heute bei LA Galaxy aktiv, über unvergessliche Tore – und sein Geheimnis: Konsequenz.
Herr Reus, Manuel Neuer wird 40 – fühlt man sich als langjähriger Weggefährte auch langsam ‚alt‘?
Ach, „alt“ ist relativ (lacht). Wenn man so lange auf höchstem Niveau unterwegs ist wie Manuel Neuer, dann ist das eher ein Zeichen von Klasse und Konstanz. Klar merkt man, dass die Jahre vergehen, aber auf dem Platz zählt nur die Leistung – und die bringt er immer noch.
Ist Ihnen bewusst, dass Sie sein persönlicher Bundesliga-Schreck sind?
Ehrlich gesagt denke ich darüber nicht so viel nach. Solche Statistiken sind eher was für außen. Aber natürlich freut es mich, wenn ich gegen einen der besten Torhüter der Welt erfolgreich war. „Schreck“ klingt aber schon ein bisschen hart…
Sieben Tore gegen ihn – können Sie sich an alle erinnern?
Nicht an jedes Detail, aber ein paar bleiben natürlich hängen. Gerade die wichtigen Tore oder die, die mit besonderen Spielen verbunden sind – die vergisst man nicht so schnell.
Der schönste Treffer?
Da gibt es ein paar Kandidaten. Der erste ist immer besonders, gerade damals mit Borussia Mönchengladbach gegen FC Schalke 04 – das war ein wichtiger Moment. Aber auch das Spiel 2012 gegen den FC Bayern in der Meistersaison war speziell. Solche Spiele bleiben einfach im Kopf.
Wie fühlt es sich aus Stürmersicht an – wer hat wen mehr zur Verzweiflung gebracht?
Gute Frage (lacht). Ich glaube, das war ein gegenseitiges Duell auf hohem Niveau. Er hat mir auch einige Chancen weggenommen, keine Frage. Aber wenn man dann doch trifft, ist das natürlich ein besonderes Gefühl.
Hat er eine Schwachstelle?
Wenn er eine hätte, wäre er nicht auf diesem Niveau über so viele Jahre. Klar versucht man als Stürmer immer, irgendwas zu finden – aber bei ihm ist das extrem schwierig. Man muss einfach seine Chancen konsequent nutzen.
INTERVIEW: HANNA RAIF