Abschied mit einem Lächeln

von Redaktion

Horngacher beendet Bundestrainer-Karriere – übernimmt nun sein Ex-Assistent?

Planica – Zum Abschied zeigte der scheidende Chef noch einmal sein seltenes Lächeln. Stefan Horngacher war rundum zufrieden. Mit dem 227,5 Meter-Flug auf Platz acht, den Karl Geiger noch einmal in den Schnee von Planica gezaubert hatte. Überhaupt mit dem Abschluss seines Kapitels als Bundestrainer der deutschen Skispringer.

Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass seine Schützlinge nach einer schwierigen Saison auch in Planica eine eher untergeordnete Rolle spielten. Ganz vorne flogen andere. Allen voran der Slowene Domen Prevc, auch wenn der 26-jährige (Fast-)-Alles-Gewinner im Finale dem Norweger Marius Lindvik – im Vorjahr noch durch die Anzug-Manipulationen bei der WM in Trondheim – den letzten Tagessieg überlassen musste.

Am Ende bleiben den Deutschen im Gesamt-Weltcup die Plätze sieben und neun für Olympiasieger Philipp Raimund und Spätstarter Felix Hoffmann. Aber auch Hoffnungsschimmer wie die Formkurve der lange so fürchterlich schwächelnden Geiger und Andreas Wellinger. Der Ruhpoldinger lieferte den 26.000 Zuschauern in Planica am Sonntag immerhin eines der Highlights. Seine 238,5 Meter im ersten Durchgang wurden von den Sprungrichtern fünfmal mit der Traumnote 20 belohnt. Ein Kunststück, das es auf der Riesenschanze Letalnica noch zwei weitere Male gab. Sieger Lindvik und der Österreicher Daniel Tschofenig (4.) blieben ebenfalls ohne jeden Abzug.

Doch die Entwicklung lässt zumindest leise für den nächsten Winter unter Horngachers Erben hoffen. Wer das ist, hatten die Macher des Deutschen Skiverbandes eigentlich spätestens in Planica bekannt geben wollen. Doch der Daumen von Sportchef Horst Hüttel ging im Tal der Schanzen nach unten. Der Langzeit-Funktionär ließ zwar durchblicken, dass man den Auserwählten gefunden hat. „Aber wir sind noch nicht über der Ziellinie“, sagte er, „es gibt noch Dinge, die besprochen werden müssen.“

Zuletzt galt der Pole Grzegorz Soboczyk als heißer Kandidat. Der 45-Jährige war in seiner Heimat einst auch Assistent von Stefan Horngacher und mischte unter anderem bei den beiden Vierschanzentournee-Siegen von Kamil Stoch mit. Weit weg vom Deutschen Skiverband war Soboczyk schon in diesem Winter nicht. Er betreute den Bulgaren Wladimir Zografski, der über weite Strecken mit den Deutschen trainierte. Den aufkommenden Gerüchten hatte der Ex-Springer zuletzt zumindest nicht widersprochen: „Ich bin zu allem bereit.“RP

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