Der Motor, der niemals stottert

von Redaktion

Moritz Seider bestritt sein 400. Spiel in der NHL – Seit dem Debüt immer dabei

Der kompletteste Verteidiger der NHL: Moritz Seider beherrscht auch das Angriffsspiel – wie er gegen Buffalo gerade wieder zeigte. © dpa(Adrian Kraus

Buffalo – Bei seinem nächsten NHL-Meilenstein bewies Moritz Seider ungeahnte Qualitäten. Wie ein Fußball-Torwart sprang der Eishockey-Nationalspieler an der blauen Linie hoch und hielt den Puck im Angriffsdrittel. Seine Vorlage im Powerplay führte zum frühen 2:0 der Detroit Red Wings – und am Ende zum wichtigen 5:2-Sieg im Spitzenspiel bei den Buffalo Sabres.

Im Rennen um die erste Playoff-Teilnahme seit zehn Jahren ist auf den Vizeweltmeister von 2023 Verlass – und zwar jeden Tag. In Buffalo bestritt der 24-Jährige sein 400. NHL-Spiel in Folge seit seinem Debüt. Noch nie fehlte der Ex-Mannheimer, den Experten inzwischen für den komplettesten Abwehrspieler der Liga halten.

„Er hat einen Hochleistungsmotor und kann einfach immer weitermachen. Er ist jeden Abend für uns da“, schwärmte sein Teamkollege Patrick Kane: „Er bringt jeden Abend die gleiche Energie, darauf kann man sich verlassen. Er ist so ein Anker in der Abwehr.“

Nach seinen beiden Torvorlagen in Buffalo schraubte Seider in der Nacht zu Sonntag beim 3:5 gegen die Philadelphia Flyers mit zwei weiteren Assists seine Saisonausbeute auf 53 Scorerpunkte. Das ist ein neuer persönlicher Bestwert in seiner fünften NHL-Spielzeit, aber „nur“ Rang 15 in der Liga. Doch Seider ist gleichzeitig der beste defensive Verteidiger der NHL, wie zahlreiche Statistiken belegen.

Als „eines der großen Einhörner“ bezeichnete Statistik-Guru Dom Luszczyszyn vom Portal The Athletic den Deutschen: „Er ist zu einem einzigartigen Talent geworden, ein Alleskönner im Zwei-Wege-Spiel.“ Soll heißen: Niemand ist derzeit als Verteidiger so wertvoll wie er.

Seider selbst spielte seine Bedeutung für den Traditionsclub herunter. „Wir haben versucht, es ganz einfach zu halten“, sagte er nach dem Sieg: „Wir haben versucht, ihre Abwehr in schwierige Situationen zu bringen, und ich glaube, das hat wirklich gut funktioniert. Das war das Erfolgsrezept.“

Schon jetzt hat der Nationalspieler in der langen Historie seines Klubs Spuren hinterlassen. Er ist der erst dritte Verteidiger der Red Wings, der vor dem Alter von 25 Jahren in mehreren Spielzeiten mindestens 50 Punkte erreichte. Und schon seit einiger Zeit der „Iron Man“, der die meisten Spiele in Folge zum Karrierestart absolvierte.

Der Rekord steht bei 1064 Partein in Serie

„Man versucht, jedes Mal dabei zu sein, und ich hatte das Glück, das auch tun zu können“, sagte Seider: „Hoffentlich geht das so weiter.“ Bei den aktiven Spielern liegt er schon auf Rang vier. Bis zum „Iron-Man“-Rekord in der NHL ist es aber noch ein langer Weg: Der Amerikaner Phil Kessel bestritt zwischen 2009 und 2023 sage und schreibe 1064 Spiele am Stück. Brent Burns von der Colorado Avalanche wird in den nächsten Tagen die 1000er-Marke erreichen. Beide spielten aber nicht vom Debüt an durch.

„Natürlich ist 1000 ganz anders als 400, aber man muss kleine Schritte machen, um irgendwo hinzukommen“, sagte Seider. Erst einmal will er in die Playoffs. Da liegt Detroit in der starken Eastern Conference noch knapp hinter der Konkurrenz.SID

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