Gezeichnet vom Kampf in Regensburg: Philipp Maier © IMAGO/SportFoto Zink /
Unüberwindbar: Löwen-Keeper Thomas Dähne (Mitte) ließ die Regensburger verzweifeln. © Wagner/Imago
Regensburg – Philipp Maier musste in die Maske, ehe er sich den Journalisten in der Mixed Zone stellte. Mit zwei Turbanen ausgestattet und Blutspuren im Gesicht stand der Sechser sinnbildlich für den harten Kampf, den die Löwen in Regensburg zu bestreiten hatten. Berauschend war das sicher nicht, was 1860 beim Jahn anbot – aber erfolgreich. „Wir haben einen heißen Kampf aus unsere Seite gezogen“, bilanzierte Löwen-Coach Markus Kauczinski. Am Ende stand ein 1:0-Auswärtssieg im Totopokal-Halbfinale zu Buche. „Es zählt nur das Finale!“, brachte es Keeper Thomas Dähne auf den Punkt.
Dass die Löwen nun am 23. Mai in Würzburg beim Regionalligisten um den Einzug in den DFB-Pokal spielen dürfen, haben sie zu einem großen Teil ihrem Torhüter zu verdanken. Eine Glanzparade nach der anderen zeigte der 32-Jährige, hielt seine im ersten Durchgang teilweise völlig konfusen Vorderleute im Spiel.
„Heute war er der Wahnsinn. Großes Dankeschön an ihn“, lobte Rechtsverteidiger Tim Danhof. So manch einer sah sich im Jahnstadion an die 0:4-Demontage der Sechzger im November zurückerinnert. Der Unterschied: Regensburg verzweifelte dieses Mal am eigenen Unvermögen vor dem Tor und Hexer Dähne.
Egal ob gegen das ehemalige Bayern-Talent Adrian Fein (29.) oder den eigenen Abwehrchef Max Reinthaler (47.) – Dähne war da, entschärfte die Bälle mit teils überragenden Reflexen. Als die 14 089 Zuschauer im Jahnstadion (Rekordkulisse für den Totopokal) nur noch darauf warteten, dass Regensburg in Führung geht, schlugen plötzlich die Löwen eiskalt zu. Ein langer Ball von Kapitän Thore Jacobsen brachte Torjäger Sigurd Haugen ins Spiel. Der Norweger drang in den Sechzehner ein, schüttelte den Gegenspieler ab und traf flach in die lange Ecke. Der prall gefüllte Gästeblock explodierte, die taumelnden Sechzger befanden sich plötzlich auf Finalkurs.
Das Tor brachte den Löwen jedoch weiter nur wenig Sicherheit, zu selten konnten sie sich aus der Regensburger Umklammerung befreien. „Wir müssen im Spiel mit dem Ball wieder bessere Lösungen finden, das muss besser werden“, legte Dähne den Finger in die Wunde.
Erst die Hereinnahme von Youngster Samuel Althaus brachte etwas mehr Struktur und Ruhe ins Spiel der Sechzger. Gefährlich wurde es jedoch weiter nur mit Einzelaktionen. Danhofs gefühlvoller Heber klatschte aber nur an den Querbalken.
Und so war wieder einmal das große Löwen-Zittern angesagt. Doch Dähne brachte sowohl die Spieler als auch die Fans des Jahn zum Verzweifeln. „45 Minuten lang beleidigt zu werden, ist manchmal auch geil“, ließ sich der Löwen-Schlussmann weder von Worten noch von fliegenden Bechern aus dem Regensburger Block beirren.
Der Jubel beim Abpfiff war brachial. Ein einziger Sieg fehlt 1860 noch, um nach sechs Jahren Abstinenz endlich wieder in den DFB-Pokal zurückzukehren. Und mit der Finanzspritze (in dieser Saison gab es für die erste Runde 211. 886 Euro) könnten möglicherweise einige Leistungsträger zum Bleiben überzeugt werden. Unter anderem ein gewisser Thomas Dähne, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.MARCO BLANCO UCLES