In Führung, aber nicht sorgenfrei

von Redaktion

Münchner 5:2 gegen Ingolstadt – Verletzungen und Migräne bei Schlüsselspielern

Zum zweiten Mal in Folge stand Simon Wolf im Münchner Kasten – und im Blickpunkt. Brady Ferguson unterstützte den jungen EHC-Torhüter. © Red Bull/City-Press

München – Drittes Playoffspiel und mit einem 5:2 (2:0, 2:2, 1:0) gegen den ERC Ingolstadt der zweite Sieg und die Führung in der Best-of-Seven-Serie – doch obwohl es von den Ergebnissen wieder nach Plan läuft für den EHC Red Bull München in diesem Viertelfinale, so ist er nicht frei von Sorgen. Denn Verletzungen haben Furchen geschlagen in den Kader, der gerade noch so üppig besetzt wirkte – und zwar an nicht unwesentlichen Stellen.

Beim EHC ist geschehen, was noch vor Beginn des Viertelfinales als schweres Handicap wahrgenommen worden wäre: Nach Mathias Niederberger ist auch Antoine Bibeau, der zum Nummer-eins-Torwart aufgestiegene Kanadier, nicht spielfähig. Er fehlte schon am Freitag beim 6:1 gewonnenen zweiten Spiel in Ingolstadt, Simon Wolf, der ihn vertrat, musste vor der TV-Kamera mauern: „Das war abgesprochen, damit wir einen Importspieler mehr einsetzen können.“ Am Sonntag stand Bibeau erneut nicht in der Aufstellung, offensichtlich (auch) kränkelnd. Und da weiterhin Gabriel Fontaine ausfiel und nun auch noch Ryan Murphy, blieb sogar eine der neun „Ausländer-Stellen“ frei. Das Publikum im SAP Garden schickte Youngster Wolf mit aufmunternden Sprechchören in die Arbeit.

Dass Ryan Murphy fehlte, war die Folge eines groben Checks des Ingolstädters Morgan Ellis am Freitag. Im letzten Drittel war Ellis dem an der Bande stehenden Murphy in den Rücken gerumpelt, der Münchner krümmte sich vor Schmerzen. Ellis wurde von der DEL für ein Spiel gesperrt – lächerlich wenig, denn er läuft unter Wiederholungstäter. EHC-Trainer Oliver David zog Angreifer Maxi Kastner in die Abwehr zurück – und das war auch nötig, weil sie noch eine weitere Lücke auftat: Für Fabio Wagner, der seit Jahren kein DEL-Spiel verpasst hat, war nach sechs Einsätzen Schluss. Migräne.

Zur Dramaturgie des Matches: Prägend waren Doppelschläge. München erwischte einen perfekten Start, zwischen 1:0 (Markus Eisenschmid aus der Drehung) und 2:0 durch Taro Hirose lagen nur 26 Sekunden, beide Treffer fielen in der 3. Minute. Jeremy McKenna hätte fast das dritte Tor draufgesetzt, er klingelte die Latte an. Nachdem sie die für sie unglückliche Anfangsphase verarbeitet hatten, schlichen sich die Ingolstädter ins Spiel. Sie mussten bis zur 33. Minute warten, ehe ihnen gegen den stabilen Simon Wolf im EHC-Kasten ein Abschluss gelang. Doch 24 Sekunden nach Philipp Krauß‘ Erfolg gelang Myles Powell das 2:2. „Im zweiten Drittel“, sagte der Münchner Yasin Ehliz, „haben wir den Faden verloren, Ingolstadt hat das super gemacht, doch wir haben wieder eine Reaktion gezeigt.“ Und so ging der EHC doch mit einem Zwei-Tore-Vorsprung (4:2 – McKenna, 34., Eisenschmid, 38.) in die zweite Pause.

Eine kritische Phase mussten die Münchner noch zu Beginn des Schlussdrittels bestehen, weil eine Strafe für McKenna (Stockschlag) sie in Unterzahl zwang. Der ERC Ingolstadt versuchte zwar unentwegt, seine in der DEL-Hauptrunde gut funktionierende Angriffsmaschinerie anzuwerfen, doch drang nicht durch, auch weil er sich durch Strafzeiten selbst schwächte. Mit Tobias Rieders 5:2 (50.) erlöstes Lächeln auf der EHC-Bank. Für den Moment.GÜNTER KLEIN

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